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Wie ein Springer sich dafür einsetzt, dass Heimatgeschichte nicht vergessen wird

SPRINGE. Ein Heimatmuseum reicht nicht aus, findet Frank Bach. „Es bräuchte eigentlich zehn, um die ganze Geschichte zu erfassen.“ Oder wenigstens Heimatstuben in allen Ortsteilen: „Es geht doch alles verloren“, sagt der Springer. Er will seinen Teil dazu beitragen, dass die Erinnerungen erhalten bleiben.

jan

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite
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Deshalb hat er ein „Heimatzimmer“ eingerichtet. 50 Quadratmeter groß ist der Lagerraum auf dem Bisongelände, den er für kleines Geld gemietet hat. Vorher habe er dort Altkleider mit Bekannten gesammelt, die sie im Winter an Obdachlose in Hannover verteilt hätten, erzählt Bach. In den letzten zwei Jahren aber habe er darin sein „Heimatzimmer“ eingerichtet.

Es ist ein Sammelsurium von Erinnerungsstücken aus allen Jahrzehnten. An seiner „Gemäldewand“ hat er gerahmte Ölbilder, hauptsächlich mit Naturmotiven, aufgehängt. Zwei davon, sagt Bach, seien vom bekannten Maler Hans Reimann aus Altenhagen.

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Erinnerungsstücke von Flohmärkten oder Haushaltsauflösungen

Neben der Wand auf einem Tischchen: Eine alte Nachttischlampe. Der Zettel daneben beschreibt sie als antik und mit einer Kohlefadenlampe genutzt, wie sie Heinrich Göbel erfunden haben soll. Erinnerungen an den Springer Erfinder gibt es ebenfalls.

Erinnerungsstücke an die Bison- und Bährewerke hat Bach auf dem Flohmarkt erstanden.Fotos: Bertram

Auf einem anderen Tisch: zwei alte Röhrenfernseher und eine Stereoanlage. Nicht antik, aber aus einer anderen Zeit, den 1970er- und 1980er-Jahren. Daneben: Wimpel vom SV Bison und der Betriebsmannschaft der Bährewerke neben alten Fotos einer Betriebsfeuerwehr: „Die hat eine Frau auf dem Flohmarkt in Springe verkauft“, erzählt Bach.

Auf Flohmärkten, bei Haushaltsauflösungen und über Kleinanzeigen findet der „Mittfünfziger“ – sein genaues Alter möchte Bach nicht sagen – seine Erinnerungsstücke. So findet sich auch ein Teil des Mobiliars der Springer Praxis Schnapperelle, die vor eineinhalb Jahren schloss. Und zwei Sofas vom Hof Nagel in Lüdersen, der für ein kleines Neubaugebiet gewichen ist.

Mehr Ergänzung als Konkurrenz für das Museum

Auch alte Dokumente, Urkunden und Firmenbriefe etwa, habe er. Und Filme, Postkarten und Musik. Und jede Menge Wissen und Erinnerungen in seinem Kopf, sagt Bach. Das alles möchte er gerne teilen. „Nicht mit einer Ausstellung wie im Museum“, sagt er. Er wolle eher Ergänzung als Konkurrenz sein. Dafür würde er sein Heimatzimmer nach der Pandemie gerne öffnen, für Besichtigungen und Vorträge, „aber alles im kleinen Rahmen“.

Wer Informationen über die alten Zeiten in Springe suche, könne auch seine Internetseite heimatzimmer-springe.jimdosite.com besuchen, sagt Bach. Oder ihn anrufen: 05041/640241.




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