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Zwischen Denkmalschutz und Moderne: Die Stadt baut das Jugendzentrum zur Kinderkrippe um

Wie ein Abenteuerland für Knirpse entsteht

Springe (ric). Das Bauvorhaben ist ehrgeizig, es ist eine kreative Herausforderung, eine, die den Akteuren neben Arbeit auch Freude bereitet. Schließlich haben sie ihr Ziel fest vor Augen: die Rote Schule vom ausgedienten Jugendzentrum in eine moderne Kinderkrippe umzuwandeln.

Heiko Bonse von der Tischlerei Rusch aus Altenhagen I arbeitet i

Inspiration haben sich St.-Petrus-Kindergarten-Leiterin Anja Sohns und Reinhard Borchardt, Fachdienstleiter für städtische Liegenschaften, dafür in Hamburg geholt. Die Kita Tornquiststraße überzeugt in der Hansestadt mit einem innovativen Konzept, das in Springe mit eigenen Ideen angereichert nachgeahmt werden soll. Noch in diesem Jahr sollen zwei Gruppen mit 15 Kleinkindern in Alter von bis zu drei Jahren einen echten Abenteuerbereich vorfinden. „Wir haben vier große Räume“, zählt Borchardt auf, zwei Gruppenräume, einen zur Bewegung und einen für das Mittagsschläfchen der Knirpse.

War das Jugendzentrum vor allem von einem riesigen Saal geprägt, sind jetzt Zwischenwände eingezogen worden. Alles wirkt niedlicher, alles soll verwinkelter werden. Kleine Entdecker kommen voll auf ihre Kosten, verspricht Sohns: „Die Raumgestaltung ist ganz wichtig für die Sinneswahrnehmung der Kleinkinder – sie entdecken die Welt.“ Was die Krippe in Springe einzigartig machen wird ist das Konzept der verschiedenen Ebenen: Überall gibt es (unfallsichere) Podeste, kleine Stufen, manche mit verschiedenen Fühlmaterialien ausgestattet, verwinkelte Rückzugsecken, Tunnel, die von Raum zu Raum führen. Durch ein intelligentes Konzept haben die Erzieherinnen ihre Schützlinge dennoch jederzeit im Auge.

Weiteres Highlight soll der „Matschraum“ werden, bei dem Kinder nach Herzenslust planschen, aber auch im Notfall sauber gemacht werden können. Wie in jeder Krippe sind Minitoiletten auch in der Roten Schule absolutes Muss, es gibt bald einen Wickelraum und einen Bereich für die Erzieherinnen sowie eine Küche, in der das Essen für den Hort im Obergeschoss gleich mitgekocht wird. Stolz sind die Planer auf den zentralen Eingangsbereich, die „Elternzone“. Die Kinder sollen sich nach und nach daran gewöhnen, während der Betreuungszeit ohne Mama oder Papa auszukommen. „Solange die Eingewöhnungsphase läuft, sind die Eltern so in der Nähe“, erklärt Sohns. Eine kleine Teeküche soll die Wartezeiten versüßen. Bauingenieur Borchardt stellen sich bis zur Fertigstellung, die frühestens zum 1. August sein soll, noch zahlreiche Herausforderungen. So ist die Rote Schule ein historisches, denkmalgeschütztes Gebäude, in dem wichtige Faktoren wie der Brandschutz dazu in Einklang gebracht werden müssen. „Wir werden den Eingangsbereich zwar modernisieren, unter anderem mit einer Wärmedämmung versehen, der bisherige Charakter soll aber erhalten bleiben“, so Borchardt. Das Konzept hat auch die Geldgeber überzeugt: Die 193 000 Euro Fördergeld sind genehmigt. Die Krippe soll dann verlässliche Betreuung das ganze Jahr über bieten – ohne Ferienschließzeit. Sohns und ihre Kolleginnen haben sich fortgebildet – auch ihnen steht ein Abenteuer bevor.



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