weather-image
12°

Wie die Diakonie sich auf neue Anforderungen einstellt

SPRINGE. Die Integrationsarbeit hat sich etabliert – und kann vermutlich weitergeführt werden: Unter anderem wird das Angebot des Diakonieverbands auch mittels Sprach- und Übersetzungshilfen weiter professionalisiert, betont der Diakonieverband Hannover Land bei der Vorstellung seines Jahresberichts in Springe.

Mit Übersetzungshilfe: Diakoniepastor Harald Gehrke (von links), Ingrid Röttger und Monika Brandt-Zwirner. FOTO: MISCHER
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

„Hubs“ – hinter diesem kurzen Begriff verbirgt sich die Hilfe und Beratung für schwangere Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen. Ingrid Röttger kann erklären, worum es dabei geht: Flüchtlinge oder Zugewanderte, die die Schwangerenberatung in Anspruch nehmen möchten, stehen oft vor sprachlichen Hürden. Um die zu überwinden, hat der Diakonieverband Tablet-Computer mit einem Übersetzungsprogramm an seine Mitarbeiter ausgegeben, der bei der Kommunikation hilft.

Die Nachfrage nach Hilfe sei enorm groß, sagt Diakoniepastor Harald Gehrke. Dabei nähmen vorwiegend einheimische Frauen die Schwangerenkonfliktberatung in Anspruch, die in Springe nur von der Diakonie angeboten wird – sie ist gesetzliche Voraussetzung für einen Schwangerschaftsabbruch. Flüchtlinge nutzen die Schwangerenberatung indes aus anderen Gründen. „Die Entbindung in der Klinik wirft für viele Geflüchtete Fragen auf, die medizinische Versorgung in den Herkunftsländern ist häufig ganz anders“, erläutert Ingrid Röttger. Auch ein möglicher Kaiserschnitt bringe oft Beratungsbedarf mit sich, bei dem die Sozialarbeiterinnen zumindest kompetente Ansprechpartner vermitteln können.

Auch Springer ohne Migrationshintergrund würden durch eine bevorstehende Schwangerschaft immer häufiger verunsichert. „Oft gibt es Existenzängste: kann ich alle ernähren, habe ich die Zeit, mich um das Kind zu kümmern?“ Die Verunsicherung der Eltern sei ein Grundthema, das sich seit einiger Zeit durch die Schwangerenberatung ziehe, so Röttger. Auch die Angst, keinen Kita-Platz zu finden, spiele eine Rolle.

In Springe werden Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung in der Beratungsstelle der Diakonie, Pastor-Schmedes-Straße 5, angeboten. Terminvereinbarung unter 05041/945033.

Information

Der Gesamthaushalt des Diakonieverbandes Hannover Land umfasst im Jahr 2017 4,32 Millionen Euro für diakonische Angebote in der Region Hannover, die hauptsächlich Arbeitsfelder darstellen, die der Diakonieverband im Auftrag des Sozialstaates durchführt. Im Vorjahr waren es 4,01 Millionen Euro.

Beratung, Hilfe, soziale Unterstützung und Bildung und Teilhabe werden durch zwei Drittel durch kommunale und staatliche Zuschüsse finanziert.

Der Rest wird über kirchliche Eigenmittel aufgebracht. Das sind 1,5 Millionen Euro aus Kirchensteuern, Spenden und Zuwendungen aus Sammlungen und Stiftungen.

Laut Diakonieverband fehlt es dennoch in einigen Einrichtungen und bei Projekten an Geld, was die Arbeit zuweilen mühsam mache.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt