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Wer wird Schlichter?

Springe. Die Gespräche zur Nachnutzung des Springer Krankenhaus haben noch nicht begonnen – da gibt es zwischen Stadt, Politik und Region schon die ersten Irrungen und Wirrungen. Die SPD überraschte am Wochenende mit der Mitteilung, man habe in Absprache mit den Ratsfraktionen und Bürgermeister Jörg-Roger Hische den früheren Springer Stadtdirektor Michael Fastabend als Ombudsmann, eine Art Schlichter nominiert. Die Region wollte davon gestern nichts wissen: Fastabend sei lediglich „Interessenvertreter“ – als Ombudspersonen seien zwei andere Kandidaten im Gespräch.

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Regionssprecherin Christina Kreutz erklärte gestern, es habe sich um ein „Missverständnis“ gehandelt, das man inzwischen im Gespräch mit SPD-Parteichef Eberhard Brezski aufgeklärt habe. Brezski hatte unter anderem beim SPD-Neujahrsempfang am Sonnabend und in einer Mitteilung am Sonntag davon gesprochen, Fastabend als „Ombudsmann“ vorzuschlagen.

Der Posten des Ombudsmanns ist Teil des Plans, mit dem SPD und Grüne in der Regionsversammlung die umstrittene „Medizinstrategie 2020“ und damit die Schließung des Springer Krankenhauses umsetzen wollen. „Es empfiehlt sich darüber hinaus, eine lokal und fachlich anerkannte Persönlichkeit zu benennen, die als Ombudsperson diesen auf Konsens ausgerichteten Prozess begleitet“, heißt es in der Ende Dezember beschlossenen Vereinbarung.

Breszki wollte dafür laut Mitteilung Fastabend gewinnen. Öffentlich gemacht hatte er die Personalie offenbar aus Unmut über vermeintliche Verzögerungen bei der Bekanntgabe des Kandidaten. Von der Stadt und anderen Parteien habe man sich eine gemeinsame Erklärung zur Nominierung Fastabends erhofft, so Brezski. Diese sei „leider nicht erfolgt“ – weswegen sich die SPD nun zu dem Alleingang entschlossen habe: „Die Bürger haben ein Anrecht auf Informationen zu dem stattfindenden Dialogprozess und der Tatsache, dass alle Springer Parteien gemeinsam ein Ziel verfolgen: Für Springe das Beste in Bezug auf das Krankenhaus zu erreichen.“

Die Region betonte gestern, Fastabend als „Interessenvertreter“ Springes gerne mit an den Tisch zu holen. Er sei „als fairer und sachlicher Gesprächspartner bekannt“, so Sprecherin Christina Kreutz: „Als Ombudsmann scheidet er damit allerdings aus.“ Die Region habe stattdessen zwei andere Kandidaten ins Auge gefasst: „Allerdings sind nicht alle Gespräche abgeschlossen.“ Noch im Februar wolle man aber Details zu den weiteren Planungen für das Klinikum Springe bekannt geben, so Kreutz.

Fastabend stand nicht nur bis 1990 an der Spitze der Springer Verwaltung, sondern vertrat die Stadt in den vergangenen Jahren immer wieder vor Gericht – zuletzt etwa beim Rechtsstreit um die Trägerschaft der Kindertagesstätte „Rote Schule“.

Er selbst bestätigte gestern lediglich, er habe auf Anfrage von Bürgermeister Jörg-Roger Hische seine grundsätzliche Bereitschaft für das Amt signalisiert. Die Region sei allerdings bislang nicht auf ihn zugekommen. Hische selbst sagte gestern, die Stadt sehe die Nominierung Fastabends grundsätzlich positiv: „Für alles andere ist aber die Region Hannover zuständig.“

Die Springer SPD will laut Brezski auch über die Beteiligung Fastabends hinaus „für einen transparenten und erfolgreich verlaufenden Prozess“ kämpfen. Dazu gehöre auch die Beteiligung von Krankenhaus- Förderverein, Ärzten, Apothekern und Ratsfraktionen an den Gesprächen. Es müsse „genügend Fachwissen in die Verhandlungen einfließen“, betont Brezski. zett



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