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Wer sagte die Volksbank-Fusion ab?

SPRINGE. Nach dem überraschenden Scheitern der Fusion der heimischen Volksbank eG mit der benachbarten Volksbank Hildesheimer Börde beschuldigen sich beide Institute gegenseitig, für das Aus verantwortlich zu sein.

Foto: Mischer
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Während die Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen, wie berichtet erklärte, die Fusion sei „seitens unserer Nachbarbank überraschend abgesagt“ worden, heißt es in einer Mitteilung der in Söhlde (Landkreis Hildesheim) ansässigen Volksbank „Hildesheimer Börde“, man bedauere sehr, dass „die Fusionsgespräche seitens unseres Partners für beendet erklärt wurden“.

Aus den Zeilen aus Söhlde wird auch etwas deutlicher, was womöglich der Knackpunkt bei den im Januar mit viel Euphorie öffentlich gemachten Plänen gewesen sein dürfte: die Zeit. Demnach habe man sich bei der Bank aus der Börde gewünscht, den Fusions-Beschluss in der Vertreterversammlung erst 2019 durchzuführen. Geplant war dieser Schritt bei beiden Banken schon für den Sommer dieses Jahres – die Fusion sollte dann rückwirkend zum 1. Januar 2018 in Kraft treten.

„Elementar“ für den Zusammenschluss aus Sicht der „Hildesheimer Börde“: „die Berücksichtigung der Interessen von Vertretern, Mitgliedern, Kunden und Mitarbeitern“. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – doch es scheint gehakt zu haben, wie auch schon die heimische Volksbank in ihrer ersten Mitteilung andeutete.

In jedem Fall brauche man „mehr Zeit“, heißt in Söhlde. Das habe man der benachbarten Volksbank bereits am Dienstag vergangener Woche mitgeteilt – dabei aber auch betont, „dass die angestrebte Fusion beider Häuser aus unserer Sicht nach wie vor der richtige Schritt in eine gemeinsame Zukunft ist“. Wie eine Absage klingt das nicht. Die sei wiederum aus Hildesheim gekommen, als man den Wunsch nach einem Vertreterbeschluss in der Versammlung 2019 geäußert habe. Man bedauere nun, heißt es am Ende der Mitteilung, dass die Volksbank eG „unserem, aus unserer Sicht berechtigten, Wunsch des zeitlichen Mehrbedarfs nicht entsprochen“ und die Gespräche „für beendet erklärt“ habe.

Beiden Banken hatten im Januar öffentlich gemacht, dass sie eine Fusion anstreben und bereits einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

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