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Diakonieverband stellt Schuldner-Bericht vor / Pfändungsschutz ein Schwerpunktthema

Wenn die Familie zerfällt, ist die Not oft groß

Springe (ric). Arbeitslosigkeit, Verarmung, soziale Ausgrenzung – die Nachfrage nach Schuldnerberatungen ist nach wie vor hoch. Der Diakonieverband Hannover-Land hat jetzt seinen Jahresbericht für 2011 veröffentlicht.

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Aus dem Zahlenwerk geht hervor, dass die meisten Rat- und Hilfesuchenden aus Springe (89 Fälle) kommen, 87 aus Barsinghausen, 30 aus Ronnenberg, 22 aus Weetzen und 21 aus Gehrden. Hauptauslöser von Überschuldung seien Arbeitslosigkeit und Familienzerfall. Aber auch Krankheiten, Suchtprobleme, Überschätzung der eigenen finanziellen Leistungsfähigkeit in Verbindung mit Bildungsdefiziten würden diese Entwicklung begünstigen. Jeder zehnte Springer ist von mindestens einem dieser Aspekte betroffen.

Die meisten Schuldner sind zwischen 40 und 50 Jahren alt – Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Von den 249 Fällen, in denen die Profis der Diakonie beraten haben, lebt die Mehrzahl (91) allein in einem Haushalt. Meist war es der Verlust des Arbeitsplatzes, der zur Verschuldung beigetragen hat, nicht selten auch die Trennung vom Partner.

Wer Schulden gemacht hat – zunehmend durch Online-Einkäufe und Ratenzahlungen – kann seine Gläubiger oft nicht mehr bedienen. Vier bis sechs von ihnen haben die Betroffenen im Schnitt: Banken und Versorgungsunternehmen, Warenhäuser oder Versicherungen. In 60 Fällen stehen Schuldner bei mehr als zehn Personen und Institutionen in der Kreide – und zwar meistens mit bis zu 15 000 Euro. Richtig problematisch ist es in 53 Fällen geworden: Dort waren Gesamtforderungen von über 50 000 Euro offen. Die Arbeit der Schuldnerberater war in den meisten Fällen erfolgreich – 139 Betroffene erreichten Stundungen ihrer Schulden, 104-mal wurde die Zwangsvollstreckung abgewendet. Unterm Strich lag das Gesamtvolumen der ersparten Schulden bei 2,2 Millionen Euro – neu eröffnete private Insolvenzverfahren mitgerechnet.

Die Arbeit der Schuldnerberatung wurde besonders durch die Teilnahme am Qualitätsmanagement und das Thema Pfändungsschutz geprägt, sagt Berater Günter Meyer. „Die Nachfrage von Ratsuchenden, deren Existenz durch Kontopfändungen gefährdet war, stieg besonders zum Jahreswechsel stark an.“ Seit Januar sind Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe nur noch auf speziellen Konten geschützt.



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