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„Springer Dialog“ beschäftigt sich mit Arbeits- und Lebenszeit

Wem gehört die Arbeitszeit?

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Autor:

von Christoph Huppert

Statt des Themas Mensch-Maschine- Kurzarbeit geht es heute um die Zukunft guter Arbeit vor dem Hintergrund der vierten industriellen Revolution.“

Welche Chancen und Risiken beinhaltet die Digitalisierung für die Arbeitswelt und vor allem für die Arbeitszeitdiskussion? So das zentrale Thema des zweitägigen „Springer Dialogs“ in der Heimvolkshochschule am Deisterhang. Rund 80 Gewerkschaftsfunktionäre waren gekommen, um das Thema „Gute Arbeit im digitalen Zeitalter“ zu diskutieren.

Eine neue Diskussion sei dringend notwendig, so Schultze, und auch junge Gewerkschaftler wie Gregor Best (NGG) und Julia Ehrentraut (verdi) stellten zusammen mit Svenja Haarmann vom Juso-Bundesvorstand aktuelle Aspekte einer „Work-Life-Balance“ im digitalen Zeitalter in den Vordergrund.

„Wem gehört die Arbeitszeit?“ fragte etwa Hartmut Meine, der Leiter des IG Metall Bezirks Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. „Eigentlich doch den Arbeitnehmern“, so seine Antwort. Gerade vor dem Hintergrund sich rasant verändernder Arbeitsinhalte und - formen und der damit verbundenen Dynamisierung der Arbeitszeit bestünde jedoch ein erheblicher Bedarf von Neudefinition des Arbeitszeitbegriffs.

„In der nächsten Tarifrunde werden wir neben der Lohnfrage deshalb auch das Thema Flexibilisierung der Arbeitszeit herausstellen“, kündigte Meine an.

Im Zentrum der Veranstaltung standen Vortrag und Diskussion mit dem Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Thorben Albrecht. Unter dem Motto „Arbeiten 4.0 – ein neuer Flexibilitätskompromiss für die digitale Arbeitswelt“ kündigte der für den Herbst ein Weißbuch zum Thema an. Es sei zu prüfen, sagte Albrecht, inwiefern der Gewinn durch die Steigerung der Produktivität nicht nur die Profite der Arbeitgeber erhöhe, sondern auch zur Senkung und Anpassung der Arbeitszeit für Arbeitnehmer genutzt werden können.

Im Zentrum der Diskussion stand deshalb die „Wahlarbeitszeit“, eine der jeweiligen Lebens- und Familiensituation angepasste Arbeitszeit. Aber auch ganz konkrete Aspekte wurden erörtert. Muss ich für meinen Chef per E-Mail ständig erreichbar sein? Gibt es ein Recht auf Nichterreichbarkeit? Wie kann „Zeitsouveränität“ für Arbeitnehmer erreicht werden? Fragen, die deutlich machen, wie stark die Arbeitszeitdiskussion durch die digitale Revolution in Bewegung geraten ist. „Arbeit und Arbeitszeit müssen völlig neu gedacht werden“, resümierte Wolfgang Schultze.



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