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Welche Folgen der Brexit für heimische Unternehmen hat

Das Votum der Briten war eindeutig – und jetzt ist die Ratlosigkeit groß. Wenn Großbritannien der EU den Rücken kehrt, dann hat das nämlich auch Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. Drei Springer Unternehmen beziehen Stellung.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Das Votum der Briten war eindeutig – und jetzt ist die Ratlosigkeit groß. Nicht nur auf der Insel, sondern auch auf dem Kontinent. Wenn Großbritannien der EU den Rücken kehrt, dann hat das nämlich auch Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. Drei Springer Unternehmen beziehen Stellung, was der Brexit für die Region bedeutet, welche Vorteile die EU bringt und wie wichtig der Handel mit Großbritannien ist.

Corinna Weidner vom Marketing der Firma Binos betont, dass die Mehrheit der Belegschaft über den Brexit schockiert gewesen sei, „da die Zukunft der EU und die wirtschaftliche Situation Großbritanniens nun bedenklich sind“ Für die Unternehmensentwicklung sei der Ausstieg aber „momentan noch nicht relevant, da sich unser Kundenstamm eher in anderen Regionen befindet“.

Anders sieht es aus bei dem Leuchtenhersteller Nordeon: Geschäftsführer Ulrich Kaltenborn betont, dass das Unternehmen „enge Handelsbeziehungen“ mit Großbritannien unterhalte. Er fürchtet, dass diese Beziehungen durch den Ausstieg des Landes aus der EU komplizierter werden. „Es wird mittelfristig wieder umständlicher, Abkommen und Verträge mit Großbritannien auszuhandeln“, sagt Kaltenborn. An kurzfristige Veränderungen glaubt er aber nicht.

Dafür rechnet er aber mit Umsatzverzögerungen, hervorgerufen durch Unsicherheit bei britischen Firmen und privaten Investoren auf der Insel. Insgesamt bewertet er den Brexit als „ungünstig für die heimische wirtschaftliche Entwicklung.“ Zudem sieht Kaltenborn die Gefahr, dass Währungsschwankungen aufkommen und den Handel zusätzlich erschweren werden.

Ernste Auswirkungen für die Geschäfte fürchtet Hartmut Zeissig vom heimischen Messebauer Zeissig in Völksen indes nicht für sein Unternehmen. „Wir arbeiten zwar für eine Londoner Kommunikationsagentur und realisieren Messeprojekte gemeinsamer Kunden an verschiedenen kontinentaleuropäischen Orten, aber befürchten aktuell höchstens Probleme, die mit einem weiter fallenden Pfund-Kurs zu tun hätten.“ Zeissig rechne in Euro ab, insofern könne die Leistung dadurch künftig für englische Kunden teurer werden.

„Da Messegeschäfte, auch wegen des zunehmenden Wettbewerbs durch osteuropäische Dienstleister, ohnehin sehr kosten- und preissensibel sind, müssen wir im schlechtesten Fall davon ausgehen, dass diese Projekte aus vorgenannten Gründen künftig wegfallen“, erläutert Zeissig. Und relativiert: „Der Anteil an unserem Gesamtgeschäft ist aber gering, sodass das beschriebene Szenario keine nennenswerten Konsequenzen für uns hätte.“

Inwiefern sich auch die Rahmenbedingungen für Zeissigs künftige Tätigkeiten auf britischen Messeplätzen für deutsche Kunden verschärfen werden, kann der Geschäftsführer derzeit noch nicht beurteilen.



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