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Weißer Brink: Wohnprojekt statt Kirchenverwaltung

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Autor:

von saskia helmbrecht

SPRINGE. In Eldagsen wird gerade an einer Wohnanlage für Senioren gearbeitet – aber auch in Springe tut sich was: Gertje Sesterhenn, Angelika Schmidt-Geisler und Margarete Kemper möchten das beim Umbau der St.-Petrus-Kirche frei werdende Grundstück am „Weißen Brink“ kaufen, um dort ein Mehrgenerationen-Projekt zu initiieren. „Aufeinander zu achten, ohne sich einzuengen“: Das ist das Ziel der drei Ehepaare. „Wir wünschen uns eine aktive Gemeinschaft, es geht nicht um Pflege der älteren Bewohner, sondern um Achtsamkeit“, betont Sesterhenn.

Auf dem Grundstück neben der Kirche, das durch den Abriss der alten Gemeinderäume frei wird, sollen zwölf bis 15 Wohneinheiten entstehen. In Zusammenarbeit mit der hannoverschen Projektentwicklungsgesellschaft „planW“ und dem Architektenbüro „SKS“ planen die drei Familien das Projekt und entwerfen die Grundrisse. Die alters- und behindertengerechten Wohnungen sollen barrierefrei werden.

„Wir sehen auch in unserem Umfeld, dass man einfach älter wird. Und im Alter kann schon einmal eine Vereinsamung drohen“, sagt Schmidt-Geisler. Mit Blick auf das eigene Älterwerden sei die Idee zum gemeinschaftlichen Wohnen entstanden. „Es geht nicht um konsumieren, sondern darum, aktiv mitzumachen“, betont Schmidt-Geisler. In aktiver und aufgeschlossener Nachbarschaft leben – das soll dabei im Vordergrund stehen.

Durch die gute Verkehrsanbindung und die Nähe von Schulen, Kindergarten und einem Supermarkt sei das Gelände sowohl für Familien, als auch für Ältere geeignet. „Wir haben hier eines der schönsten Baugrundstücke in Springe gewinnen können“, betont Schmidt-Geisler. Neben der Wohnanlage soll auf dem Gelände ein Gemeinschaftsraum entstehen, der von allen Bewohnern gestaltet und bezahlt werden soll. Einmal im Monat könnten sich die Nachbarn zum Austausch treffen. Auch ein „Carsharing“, ein gemeinsamer Autotausch, könnten sich die Ehepaare gut vorstellen.

Nach aktuellem Stand sollen am „Weißen Brink“ drei mehrstöckige Gebäude entstehen, die miteinander verbunden sein sollen. „In erster Linie planen wir, Eigentumswohnungen zu verkaufen“, so Kemper.

Im August 2017 soll in Springe mit dem Neubau von St. Petrus begonnen werden. Die Frauen rechnen damit, im Frühjahr 2018 mit dem eigenen Bau zu beginnen. 2019 könnten die Wohnungen dann fertiggestellt und bereit zum Verkauf sein. „Die Reaktionen auf unsere Ideen sind meist gut. Viele können es sich aber noch nicht vorstellen, gemeinschaftlich zu wohnen“, so Kemper.

Die drei Paare wollen selbst in die neuen Wohnungen ziehen, suchen aber noch weitere Mitbewohner. Daher laden sie für Montag, 24. Oktober, zu einer Informationsveranstaltung in den Gemeindesaal der St.-Petrus-Kirche ein. Um 20 Uhr wollen sie die Pläne vorstellen. Zu Gast ist neben dem Architekten Herwig Krause auch Michael Beyer-Zamzow von „planW“. „Das Schöne ist, dass alle, die jetzt einsteigen, auch mitgestalten können“, betont Schmidt-Geisler.

Bereits 2008 gab es eine Initiative für ein Mehrgenerationenprojekt in Springe – ohne erfolgreichen Abschluss. Jetzt soll das neue Millionenprojekt endlich realisiert werden.

Mehr unter: www. wohnprojekt-springe.de



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