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Verdacht gegen Schausteller vom Tisch

Weihnachtsmarkt: Behörden stellen Ermittlungen ein

Eldagsen/Hameln (mf). Die Bestechungsvorwürfe gegen einen Eldagsener Schaustellerbetrieb im Zusammenhang mit der Standvergabe auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt sind vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat die Ermittlungen eingestellt, wie ihr Sprecher Jürgen Lendeckel gestern mitteilte.

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„Der Verdacht, dass es bei der Vergabe einzelner Standflächen zu Korruptionsstraftaten gekommen ist, hat sich bei allen Beschuldigten nicht bestätigt“, sagte Lendeckel. Das Verfahren sei deshalb vollständig eingestellt worden.

Ein Sprecher der Eldagsener Schaustellerfamilie reagierte gestern erleichtert auf die Nachricht. Solange er aber selbst noch keine schriftliche Bestätigung der Behörde in den Händen halte, wolle er den Vorgang nicht weiter bewerten. Allerdings, so der Schausteller: „Wir wussten immer, dass wir uns nichts vorzuwerfen haben.“ Die Anschuldigungen hätten der Firma einen immensen Imageschaden beschert. „Unser Name war ja bundesweit in den Schlagzeilen“, erinnert das Familienoberhaupt. Das Unternehmen werde deshalb mit Sicherheit Schadensersatzforderungen geltend machen, kündigte der Eldagsener an.

Heute auf den Tag genau vor 13 Monaten hatte ein Großaufgebot von 80 Polizeibeamten und vier Staatsanwälten die Geschäftsträume und Privatwohnungen mehrerer Beschuldigter durchsucht – unter anderem auch in Eldagsen. Auslöser war ein anonymer Hinweis, wonach Angehörige des Schaustellerbetriebes Mitarbeiter der Hamelner Stadtverwaltung bestochen haben sollten. Angeb-

lich, so der Vorwurf, hätte sich das Unternehmen damit besonders lukrative Standflächen auf dem Weihnachtsmarkt erkauft.

Zeitgleich mit der Razzia bei den Schaustellern wurden auch Büros im Hamelner Rathaus durchsucht. Hier wie da beschlagnahmten Polizei und Staatsanwaltschaft zahlreiche Computer, Dateien und andere Unterlagen. Die Auswertung des Materials und zahlreiche Zeugenvernehmungen haben aber keine Beweise für Straftaten zutage gefördert. Auch die Ermittlungen gegen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wurden eingestellt. Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann ist nun verärgert und glaubt, dass die richterliche Durchsuchung vorschnell angeordnet wurde. Die Stadt erwäge deshalb eine Dienstaufsichtsbeschwerde.

Für das Oberhaupt der Schaustellerfamilie hatte die Angelegenheit gleichwohl ein juristisches Nachspiel. Weil es sich damals gegen die Durchsuchung zur Wehr gesetzt hatte, wurde es im Mai vom Amtsgericht Springe wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt.



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