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Pumpwerke in den Dörfern kapitulieren

Wasser und kein Ende – Kanäle und Keller voll

Springe/Holtensen/Alferde/Boitzum (mari/ric). Die Schneeschmelze beschert den Kläranlagen arge Probleme – und einen neuen Rekord: 12 000 Kubikmeter Wasser sind in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in die Anlage in der Kernstadt geflossen. Der bisherige Höchstwert lag bei 16 700 Kubikmetern, gemessen in 24 Stunden.

Eine riesige Seenplatte: Dieses Feld bei Gestorf steht nahezu komplett unter Wasser – passend wirkt dazu die Notrufsäule a

In Holtensen liefen gestern mehrere Keller voll. Die Pumpwerke in Holtensen und Boitzum arbeiteten auf Hochtouren, wurden mit den immensen Wassermassen aber trotzdem nicht fertig. Dieter Erdmann, Leiter des städtischen Fachdienstes „Tiefbau“, entschied deshalb gestern Vormittag, das stark verdünnte Abwasser aus Alferde zeitweise in den Wülfinghäuser Mühlbach laufen zu lassen, um weitere Überschwemmungen zu verhindern.

Den Zulauf von Wülfinghausen ans Pumpwerk Boitzum wollte Erdmann für einen Tag komplett abklemmen. Allerdings waren die Rohre so voll, dass er und seine Kollegen nicht an die Technik gelangen konnten. „Wir wollten damit die nachfolgenden Leitungen entlasten“, erklärt Erdmann den Arbeitseinsatz. Normalerweise spült der Kanal nur das Abwasser von 50 Wülfinghäusern nach Boitzum, durch die Schneeschmelze sei es allerdings so viel wie von 8000 Bürgern gewesen. „Solche Massen kriegen wir natürlich nicht weg.“

Angesichts der Probleme wurde Bauhof-Mitarbeiter Jörg Schalk erfinderisch. Mit seinem Radlader fuhr er die Hauptstraßen in Holtensen, Boitzum und Alferde ab und schob Schneemassen, die im Kanal abzutauen drohten, auf die Felder, damit das Wasser dort versickern konnte. Erdmann zollte Schalk ein dickes Lob: „Der ist seit dem 12. Dezember im Dauereinsatz und hat kein Wochenende mehr gesehen.“ Echte Einsatzbereitschaft zeigte auch die Feuerwehr Holtensen: Die Ehrenamtlichen pumpten zwischenzeitlich den Wasserspiegel in den Kanälen ab.

Ein Feld bei Eldagsen.
  • Ein Feld bei Eldagsen.
Die Kreisstraße 216 zwischen Gestorf und Völksen – entlang der Fahrbahn sammeln sich Seen auf den Feldern. Regen und Schne
  • Die Kreisstraße 216 zwischen Gestorf und Völksen – entlang der Fahrbahn sammeln sich Seen auf den Feldern. Regen und Schneeschmelze verursachen fast überall im Stadtgebiet kritische Situationen.
Die Straße bei Bockerode ist in einer Kurve schon halb überflutet.
  • Die Straße bei Bockerode ist in einer Kurve schon halb überflutet.
Mitarbeiter der Stadt und die Freiwilligen der Feuerwehr sind in Holtensen im Einsatz – dort drohen Überflutungen.
  • Mitarbeiter der Stadt und die Freiwilligen der Feuerwehr sind in Holtensen im Einsatz – dort drohen Überflutungen.
Ein Feld bei Eldagsen.
Die Kreisstraße 216 zwischen Gestorf und Völksen – entlang der Fahrbahn sammeln sich Seen auf den Feldern. Regen und Schne
Die Straße bei Bockerode ist in einer Kurve schon halb überflutet.
Mitarbeiter der Stadt und die Freiwilligen der Feuerwehr sind in Holtensen im Einsatz – dort drohen Überflutungen.

Sein erstes Hochwasser meisterte das neue Regenrückhaltebecken in Bennigsen mit Bravour. „Wir sehen gerade, was das Becken alles kann“, war Erdmann mit der Speicherkapazität zufrieden.

Er rechnet damit, dass sich die Lage im gesamten Stadtgebiet spätestens am Sonntag entspannt: „Dann dürften wir wieder geordnete Verhältnisse haben.“ Das ändere nichts daran, dass eine langfristige Lösung für das Hochwasserproblem in Holtensen, Alferde und Boitzum gefunden werden müsse.



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