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Was uns verbindet, was uns trennt: Zehntklässler des Otto-Hahn-Gymnasiums beschäftigen sich mit Diversität

SPRINGE. Gesellschaft lebt nicht nur von Gemeinsamkeiten, sondern vor allem auch von Unterschieden. Wie bringen uns diese Unterschiede – die Diversität – zusammen, wie auseinander? Damit hat sich der zehnte Jahrgang des Otto-Hahn-Gymnasiums jetzt in Workshops beschäftigt.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite
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Geleitet wurden die Workshops von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volkshochschule Calenberger Land. Deren Geschäftsführer Kersten Prasuhn hatte dem OHG die Zusammenarbeit angeboten, die über den Deutschen Volkshochschulverband vom Kinder- und Bundesjugendplan für politische Bildung gefördert wurde.

Das Thema „Diversität“ hatten die Schülerinnen und Schüler selbst gewählt, sagt Schulleiterin Kerstin Prietzel: „Es ist ein Thema, das sie in ihrem Alltag erleben, sei es bei der Entwicklung ihrer geschlechtlichen Identität oder durch Diskriminierungserfahrungen“, sagt Prietzel, „sie hatten aber den Eindruck, dass es im Bewusstsein jedes Einzelnen stärker verankert sein könnte.“

„Change“: Erste-Hand-Erfahrungen von Dozentin aus der Ukraine

Also teilte sich der Jahrgang in fünf Gruppen auf, die jeweils einen Schwerpunkt besprachen und später in Bildern, Collagen, Konzepten oder Interviews aufarbeiteten. Eine Gruppe beschäftigte sich etwa mit dem Thema „Change“, also Veränderungen, und damit, welche Rolle sie für die eigene Identität spielen können. Erste-Hand-Erfahrungen brachte die Leiterin der Gruppe mit: Viktoria Shevcuk ist vor dem Krieg aus der Ukraine geflohen, hatte in Kiew in der freien Wirtschaft gearbeitet. Jetzt macht sie Bildungsarbeit in Deutschland – mehr Veränderung geht kaum. Das konnte sie eindrucksvoll vermitteln, wie Schüler Lars aus ihrer Gruppe bestätigt: „Sie ist bei Null wieder gestartet – das fängt zum Beispiel damit an, dass sie lernen muss, unsere Verkehrsschilder zu verstehen.“

Um Geschlechteridentität und sexuelle Orientierung ging es in einer zweiten Gruppe. Schülerin Sophia hätte sich gerne früher mit dem Thema beschäftigt: „Es sollte eigentlich schon in der neunten Klasse behandelt werden. Da ist man genau in dem Alter, wo man viel über sich selbst rausfindet“, sagt sie. „Das wäre eine Unterstützung.“

Die Idealvorstellung von Schule

Tyara beschäftigte sich in ihrer Gruppe mit „Kultur und Diversität“ und fand den Zeitpunkt genau richtig: „Viele Themen hätten wir früher nicht diskutieren können, weil wir sie im Unterricht noch nicht behandelt hatten.“ Ihre Gruppe etwa beschäftigte sich mit verschiedenen Bildungssystemen und damit, was sie sich voneinander abgucken könnten – am Ende stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Idealvorstellung von Schule vor. Gelernt hätten sie zudem, „dass es gut ist, wenn Kulturen sich vermischen und dass es nicht schlimm ist, wenn ein Kulturteil verloren geht, weil etwas anderes nachwächst“.

„Bunte Gesellschaft – buntes Bewusstsein“ war das Thema einer weiteren Gruppe, die dazu Mitschülerinnen und Mitschüler, aber auch Lehrerinnen und Lehrer und andere Mitarbeitende des OHG interviewten. Und auch unterschiedliche und gemeinsame Werte wurden in einem Workshop thematisiert.

Ob sie etwas herausgefunden haben über sich selbst und die eigene Identität? Eine klare Antwort geben die Schülerinnen und Schüler nicht. VHS-Leiter Prasuhn findet das nicht ungewöhnlich: „Das stellt man doch oft erst Jahre später fest, dass man etwas über sich selbst gelernt hat.“

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