weather-image
24°

Was sich Springes Gleichstellungsbeauftragte vorgenommen hat

SPRINGE. Vielfältig seien sie, ihre Baustellen sagt Lena Rödiger. Seit Dezember ist die 31-Jährige neue Gleichstellungsbeauftragte in Springe. „Die Stelle hat mich deshalb gereizt, weil es ein bisschen grüne Wiese ist“, sagt sie.

270_0900_75187_DSC_0222.jpg
saskia

Autor

Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Weil das Thema in Springe wenig präsent sei, habe sie viel Spielraum, sagt Lena Rödiger, um verschiedene Projekte zu verwirklichen. „Und Pläne habe ich viele.“

Zunächst will sie sich ein Bild von Springe machen. „Ich werde an Ausschusssitzungen teilnehmen und den Austausch mit der Politik suchen“, kündigt die Schaumburgerin an. Zudem plant sie für den Weltfrauentag oder den Equal-Pay-Day verschiedene Aktionen, um auf das Thema Gleichberechtigung aufmerksam zu machen.

Die größte Herausforderung: den Blick auf die kommunale Ebene zu lenken. „Ich war vorher auf Bundesebene tätig und werde mich jetzt bemühen, die verschiedenen Bereiche zusammenzubringen und in Springe transparent zu machen, was in Niedersachsen passiert.“ Die 31-Jährige arbeitete am Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung an der Universität Hannover. Vorher hatte sie Soziologie und Politik studiert. Von der Forschung geht es für sie jetzt an die Praxis.

Dass Springe als eine der letzten Kommunen die gesetzliche Vorgabe erfüllt und eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte eingestellt habe, sei kein Nachteil. „Ganz im Gegenteil, das heißt jetzt nämlich für uns: schnell aufholen.“ Gleichzeitig sei sie mit offenen Armen empfangen worden. „Ich fühle mich sehr wohl und willkommen“, freut sich Rödiger. So seien auch die Landfrauen gleich zu Besuch gekommen und hätten sie begrüßt. Und da will sie ansetzen: „Jeder, der eine Idee hat, kann Themen an mich herantragen“, betont sie.

Im kommenden Jahr will sie einmal wöchentlich eine Sprechstunde anbieten, wenn sie sich eingearbeitet hat. „Mein Ziel ist, in die Kommune zu wirken. Nach draußen zu wirken ist dann die Kür.“ Sie will auf die Schulen zugehen, an Themen wie Berufsorientierung anknüpfen und feststellen: „Wie geschlechterorientiert sind Schulen wirklich?“

Dabei könne es darum gehen, wie Mädchen an die Mint-Fächer, also Mathe und Naturwissenschaften, herangeführt werden. Ihr Ziel: Akteure miteinander zu vernetzen. So will sie auch alle vier Wochen an den Treffen der Arbeitsgemeinschaft Gleichstellung der Region teilnehmen.

Aber: „Ich habe Männer und Frauen im Blick“, betont Rödiger. Wenn ein Vater Elternzeit nehmen möchte, steht sie mit Rat und Tat zur Seite. Auch bei Themen wie Bildungsurlaub. „Ich habe in meinem Amt eher eine wachende Funktion, etwa bei der Stellenvergabe im Rathaus. Der Blick richtet sich nicht nur auf reinen Frauenschutz.“Deshalb habe sie bei der Verwaltung auch eine Übersicht aller Stellen angefordert, um zu prüfen, wie die Verteilung von Frauen und Männern ist – und welches Geschlecht unterrepräsentiert ist. Dabei will sie wissen, wie sich die Personalplanung im Rathaus entwickeln wird. „Was ich schon festgestellt habe, ist, dass in Springe zahlreiche Frauen in Teilzeit angestellt sind.“

Wie die 31-Jährige selbst mit ihrer unbefristeten 20-Stunden-Stelle. Das ist der Mindestumfang, den der Gesetzgeber fordert. Ihre Vorgängerin, Anke Niemand, war noch ehrenamtlich tätig.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare