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Was sich in der Stadtverwaltung ändern soll – und warum

SPRINGE. Die Stadt Springe will sich im Kampf um Arbeitskräfte besser positionieren – und dabei auch daran arbeiten, besser für den Bürger zu arbeiten. Das Bild des Beamten, der ein Leben lang in der Behörde bleibt, es ist überholt. Die Fluktuation nimmt zu.

Mithilfe von Beratern wird in der Springer Stadtverwaltung ein Leitbild entwickeln. Foto: Archiv
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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

„Manche ziehen einfach weg, weil sich privat die Lebensumstände ändern und der Markt gibt das her“, sagt Vize-Rathauschef Gerd-Dieter Walter dazu. Stimmt das Betriebsklima nicht, geht es eben eine oder zwei Städte weiter. Anders als noch vor einigen Jahren seien überall Stellen frei.

Umso wichtiger wird es auch für Arbeitgeber der öffentlichen Hand, sich positiv von ihren Mitbewerbern zu unterscheiden. „Je professioneller wir arbeiten, desto attraktiver sind wir für Arbeitnehmer“, so Walter . Um sich entsprechend weiterzuentwickeln, hat Springe sich im Sommer externe Hilfe geholt: Mithilfe von Beratern entwickelt die Verwaltung ihr eigenes Leitbild. „Keins das wir irgendwo abgeschrieben haben, sondern ein eigenes, das wir glaubhaft leben können“, sagt Walter dazu.

Mit am Tisch: Sämtliche Führungskräfte und solche, die jetzt schon in den Startlöchern stehen und nach Wunsch der Verwaltung auch motiviert an Bord bleiben sollen. „Das war eine positive Überraschung, dass wir auf unsere Abfrage 30 positive Rückmeldungen von Mitarbeitern bekommen haben, die eine Führungskarriere in Springe anstreben.“ Alle wurden eingeladen zu einem zweitägigen Workshop unter Federführung einer Beratungsgesellschaft aus Braunschweig.

Als Tochter des Niedersächsischen Studieninstituts für Kommunale Verwaltung weist das Unternehmen große Nähe zu Stadtverwaltungen auf. „Das ist ein großer Vorteil , dass die die Praxis kennen“, sagt Walter dazu.

Schon den zweitägigen Auftakt bewerten viele als Erfolg, allen voran der Bürgermeister. Die Stimmung danach sei merklich gelockert gewesen. Insgesamt 50 Mitarbeiter hatten sich zwei Tage zu einem Workshop in der Heimvolkshochschule Springe zurückgezogen. Kein Telefon, keine Unterbrechungen durchs Alltagsgeschäft, dafür alle Abteilungen an einem Tisch. Sowohl Führungskräfte als auch deren Nachwuchs, der noch auf der anderen Seite sitzt.

Zu den Inhalten: Vor allem die interne Kommunikation soll verbessert werden. „Wir haben so eine Größe, dass eigentlich jeder jeden kennt, dabei geht vieles auf Zuruf und vieles wird nicht so fest- und eingehalten, wie es eigentlich sein sollte“, fasst Walter einen wesentlichen Kritikpunkt zusammen.

Mit anderen Worten, der formelle Dienstweg wird vernachlässigt, Informationen bleiben stecken, hängen unverbindlich in der Luft. Die Leitlinien, die in den zwei Tagen grob festgelegt wurden und derzeit den letzten Feinschliff erfahren, sollen bei der nächsten Mitarbeiterversammlung im November vorgestellt werden. Dabei legt sie nicht nur die Führungskräfte auf ein erwünschtes Verhalten fest: „Das geht in beide Richtungen“, betont Walter.

Ein zweiter Punkt, an dem es in Springe noch hapert: „Viele Führungskräfte bemängeln, vor lauter Sacharbeit eigentlich gar keine Zeit für ihre Führungsaufgaben zu haben“. Ob das tatsächlich so stimmt, sei bei dem Workshop infrage gestellt worden.

Wer gut führt, spart letztlich Zeit, so das Credo. Noch dazu verbessere sich das Betriebsklima, wenn jeder seine Hausaufgaben mache.



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