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Warum kostet das Feuerwehrhaus Eldagsen 2,7 Millionen Euro?

SPRINGE. Der Preis für das neue Feuerwehrhaus in Eldagsen beschäftigt Stadt und Politik. Die zentrale Frage: Warum soll der Bau mit 2,7 Millionen Euro deutlich teurer werden als der in Bennigsen (1,5 Millionen Euro)? Die Stadt will das am liebsten von einem neutralen Experten überprüfen lassen.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Im Bauausschuss hatte die Verwaltung jetzt den Stand der Dinge bei den Neubauten in Eldagsen, Bennigsen, Altenhagen I und Alferde vorgestellt. Für Eldagsen liegt bereits eine erste Kostenschätzung vor – und die sorgte für Raunen im Sitzungssaal.

Die Kosten stützen sich in etwa auf den Bedarf, den die Feuerwehr in Eldagsen für ihren neuen Stützpunkt ermittelt hat. „Das ist doch aber kein Wunschkonzert“, betonte Ratsherr Ulrich Kalinowski (CDU) während der Sitzung. Und auch Elke Thielmann-Dittert (Grüne) war über die Kosten überrascht. „In Bennigsen fühlt man sich verarscht. Die Feuerwehr hätte da auch gerne mehr gehabt, warum gelten in Eldagsen andere Bedingungen?“

Die Unterschiede beginnen schon bei der Größe: Während der Neubau in Bennigsen auf etwa 680 Quadratmeter kommt, soll in Eldagsen auf 1230 Quadratmetern gebaut werden. Beide Wehren haben als Stützpunkte dieselbe Anzahl an Stellplätzen und Fahrzeugen.

„Was fehlt, ist ein neutraler Dritter von außen, der auf den von der Feuerwehr dargestellten Bedarf schaut und guckt, was wirklich erforderlich ist. Dann könnten wir feststellen, ob sich das mit den Angaben der Ortswehr deckt“, sagte Bürgermeister Christian Springfeld (FDP). „Da besteht auf jeden Fall noch Diskussionsbedarf“, findet auch der Bauausschuss-Vorsitzende Heinrich Freimann (CDU).

Eldagsens Ortsbrandmeister Andreas Meyer stellt indes klar, dass man dort „kein Traumschloss“ wolle. „Wir haben den Vorschriften nach geplant und unsere Mitgliederzahl und unsere Aufgaben zugrunde gelegt. Wir planen den absoluten Mindeststandard“, sagt Meyer.

Ein neues Fahrzeug für die Kinder- und Jugendabteilung, das angeschafft werden muss, müsse bei den aktuellen Planungen sogar draußen stehen, sagt Meyer. Zum Vergleich: Für das neue Gerätehaus in Isernhagen, ähnlich der Feuerwehrgröße in Eldagsen, seien knapp 3 Millionen Euro veranschlagt.

Die Verwaltung arbeitet derzeit weiter die von der Politik erstellte Mängelliste für die einzelnen Standorte ab. Für den Neubau in Bennigsen laufe die Ausschreibung für eine Photovoltaikanlage. „Wir gehen davon aus, dass diese günstiger wird als geplant“, schätzt der städtische Ingenieur André Malkowski. 135 000 Euro hatte die Politik bereitgestellt. Am 14. Oktober sollen die Ergebnisse der Ausschreibung vorliegen, Anfang November könnte gebaut werden. Anschließend sollen die Arbeiten an der Außenanlage ausgeschrieben werden, so Borchardt. Das Gebäude wurde bereits an die Feuerwehr übergeben. „Mit der Unfallkasse wurde abgestimmt, dass wir das Gerätehaus schon in Betrieb nehmen können.“

Während in Bennigsen die Arbeiten so gut wie abgeschlossen sind und der bereits siebte Entwurf für Eldagsen vorliegt, nimmt die Verwaltung jetzt auch Altenhagen I und Alferde in Angriff. In Altenhagen habe die Stadt bereits ein Grundstück in Aussicht, in der Nähe des alten Standorts. „Demnächst werden wir die Fläche auch kaufen“, sagt Malkowski. Die Planung könnte demnach noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Ein externes Büro wurde bereits beauftragt.

Weniger konkret sind die Planungen allerdings in Alferde. Dort gestalte sich die Suche nach einem geeigneten Grundstück schwieriger. In Frage komme zum Beispiel eine städtische Fläche am Ortsrand, nahe des Sportplatzes. Das Problem: Weil dort lediglich ein Wirtschaftsweg entlangführt, müsse dieser für die großen Fahrzeuge ausgebaut werden. Deshalb seien auch Grundstücke im Ort besichtigt worden, sagt Malkowski.



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