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Warum im Herzen Springes seit Jahren ein Loch klafft

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VON CHRISTIAN ZETT

SPRINGE. Da ist diese Lücke, mitten im Herzen der Kernstadt. So lange schon, dass sie viele gar nicht mehr bemerken. Fünf Jahre ist es jetzt her, dass eines der Fachwerkhäuser auf dem Marktplatz abgerissen wurde. Seitdem klafft im historischen Gebäude-Ensemble auf Springes Vorzeigefläche ein Loch. Eines, das alles andere als leicht zu füllen ist. Auch bei der Stadt ist man ratlos. Und hofft auf ein Förderprogramm.

Rückblende: Schon lange war das Haus Nummer 7, rund 400 Jahre alt, Verwaltung, Politik und vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Ein Brand im Jahr 2001, die immer weiter verfallende Bausubstanz, irgendwann Sicherheitsbedenken, Einsturzgefahr, der Abriss. Und ein Käufer nicht in Sicht, über all die Jahre. Nur 2009 kurz Hoffnung, als ein Investor den Schandfleck durch ein Wohn- und Geschäftshaus ersetzen will. Doch das 450 000-Euro-Projekt verläuft im Sande.

Inzwischen haben die Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, das Grundstück zum Marktplatz hin mit einem Zaun gesichert. Dahinter wuchert das Grünzeug. Auf Anfrage der Neuen Deister-Zeitung zeigt sich einer der Erben zurückhaltend, verweist auf laufende Gespräche zur Zukunft des Grundstücks.

Fachleute sehen genau die bislang kritisch: Denn zu dem offenbar nicht ganz niedrigen Kaufpreis des Grundstücks käme die Investition für einen Neubau auf den Eigentümer zu – ein Haus, das sich allein mit Blick auf den Denkmalschutz in das Fachwerkensemble am Markt einfügen müsste. Außerdem müsste der Besitzer entweder Parkplätze schaffen (für die dort kaum Raum ist) – oder eine Ablösesumme an die Stadt zahlen.

Zumindest diese Gebühr sei aus seiner Sicht eines der kleineren Problem, sagt der städtische Bauchef Reinhard Schade: Er habe sich im Detail noch nicht mit der Situation beschäftigt. „Unsere Einflussmöglichkeiten sind bei so etwas aber immer gering“, sagt er. Die Stadt sei darauf angewiesen, „dass sich privat etwas tut“. Möglichen Investoren könne man über eine Beratung hinaus momentan nichts bieten, so Schade. Ihm schwebt aber vor, für die Kernstadt ein ähnliches Städtebau-Förderprogramm auf die Beine zu stellen: „Es gibt die Programme, die ich beizeiten der Politik vorstellen möchte.“ Damit könne man sich auch gezielt um Themen wie Ladenleerstände kümmern.

„Bedauerlich“ findet Ortsbürgermeister Carsten Marock (SPD) die Situation: „Aber da bewegt sich nichts.“ Wie die Stadt, könne auch der Ortsrat nicht viel machen. Dabei müsste es aus seiner Sicht noch nicht mal ein Haus sein, das den Marktplatz aufwertet: „Ich könnte mir da auch einen Spielplatz vorstellen. Aber da ist nichts zu machen.“

Der zwischenzeitliche Plan, die Lücke mit einem riesigen Banner zu verdecken – womöglich mit Fachwerkfassaden-Aufdruck – hat sich aus Marocks Sicht mit dem Zaunbau erledigt. Einer der Grundstücksbesitzer betont, man habe nichts dagegen: „Da müsste nur die Haftung geklärt sein, falls so etwas umfällt und Dinge beschädigt werden.“



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