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Warum Gestorfer Kita-Kinder mit Landwirt Björn Estorf Kartoffeln anpflanzen

SPRINGE. Dass aus Kartoffeln leckere Pommes oder Puffer gemacht werden, das wissen die Knirpse aus der Gestorfer DRK-Kita ganz genau. Und wo die Knollen herkommen haben sie jetzt auch gelernt – gemeinsam mit Landwirt Björn Estorf haben sie nämlich Kartoffeln angepflanzt.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite
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Ein paar Quadratmeter seines Ackers, in den er vor einigen Wochen Speisekartoffeln eingebracht hat, hat Estorf freigelassen. Dort ragen jetzt bunte Strohhalme mit Namensschildern aus den Dämmen. Unter jedem Strohhalm liegt eine „Mutterknolle“ – „Princess“ lautet der wohlklingende Name der Sorte –, die ein Kind eingesetzt hat. „So können sie vorbeikommen, ihren Eltern zeigen, wo ihre Kartoffeln wachsen und nachschauen, wie sie sich entwickeln“, sagt Estorf. In drei bis vier Wochen etwa könne man sehen, wie das Grün aus dem Boden sprießt.

Erster Ausflug für die Kita-Kinder seit Pandemiebeginn

Es ist lange her, dass Estorf gemeinsam mit Kindergarten- oder Grundschulkindern Kartoffeln angepflanzt hat. Jetzt habe ihn eine Mutter danach gefragt. Und weil er in diesem Jahr eine Fläche am Ortsrand, die die Kleinen gut zu Fuß erreichen können, mit Kartoffeln bestellt, hat er spontan zugesagt. Auch die Kinder freut’s: „Seit Corona ist das unser erster gruppenübergreifender Ausflug“, sagt Erzieherin Britta Heise.

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Und so pflanzen Igel, Käfer und Mäuse, so heißen die Gruppen in der Kita, einer nach dem anderen die Kartoffeln. Wer schon fertig ist, bewundert Estorfs Traktor oder spielt im staubtrockenen Sandboden.

Mit drei Gruppen ist die DRK-Kita zum Kartoffelneinpflanzen gekommen.Fotos: Bertram

Das sehnsüchtige Warten auf Regen

Es sei der trockenste April seit Langem gewesen, „wir brauchen dringend Regen“, sagt Estorf. Die Knollen selbst hätten das Wasser von oben zwar derzeit nicht so nötig, um zu keimen. „Aber die Dämme sind wegen der Trockenheit nicht fest, deshalb kann ich keine Herbizide spritzen, der Film würde nicht halten.“ Das Unkrautschutzmittel müsse aber aufgebracht werden, bevor die Kartoffeln austreiben, „das ist ein enges Zeitfenster“.

Damit aus den Mutterknollen der Kinder möglichst viele Kartoffeln werden, werden sie in größerem Abstand in die Erde gesetzt als die, die Estorf verkauft. Mehr Platz zum Wachsen verspreche mehr Ertrag. Geerntet wird Ende August, dann gibt es einen kleinen Wettbewerb – aus wessen Knolle werden die meisten jungen Kartoffeln? 12 bis 15 Stück könnten es jeweils werden, schätzt Estorf, der hofft, dass die Anpflanzung nicht wieder Vandalen zum Opfer fällt, wie bei der letzten Aktion vor einigen Jahren.

„Mir ist wichtig, dass die Kinder lernen und sehen, wie Lebensmittel wachsen“, sagt der Landwirt, „man muss nicht alles kaufen, man kann auch selber anbauen.“




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