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Der Eldagser Marktplatz liegt ab dem späten Nachmittag im Dunkeln – weil die Laternen fehlen

Warten auf Erleuchtung

Eldagsen. Die Handarbeitsgruppe trifft sich jetzt schon am Nachmittag, verängstigte Senioren lassen sich von Autoscheinwerfern den Heimweg leuchten und Pastor Torsten Schoppe verzweifelt so langsam: Seit zwei Monaten ist es dunkel auf dem Marktplatz zwischen St.-Alexandri-Kirche und Pfarrhaus. Und etwa genauso lange wird der Gemeinde angekündigt, dass bald die Laternen installiert werden. In dieser Woche soll es endlich soweit sein.

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VON CHRISTIAN ZETT

Pastor Schoppe ist ein friedfertiger Mensch, das bringt sein Beruf ja im Grunde mit sich. Und: Er lässt keinen Zweifel daran, dass die Stadtsanierung, das Millionenprojekt rund um seine Kirche, ein „Hauptgewinn“ ist, für die Alexandri-Gemeinde, aber auch für ganz Eldagsen.

Nur: So langsam weiß der Geistliche nicht mehr weiter. „Ich habe schon Anfang September gemahnt: Leute, es wird bald dunkel, wir brauchen die Laternen.“ In zwei bis drei Wochen, hätten ihm die Verantwortlichen von Stadt und Baufirma damals zugesagt, sei das Problem gelöst. Doch die Laternen kamen nicht – und das Problem verschärft sich: Seit der Zeitumstellung dämmert es schon gegen 17 Uhr; später kann man auf Teilen des Marktplatzes seine Hand vor Augen kaum sehen. Auch der seitliche Weg zur Vorderseite der Kirche ist stockdunkel – genau wie eine öffentliche Außentreppe am Pfarrhaus.

Schoppe ärgert nicht nur der Umstand, dass er die Zusagen der Verantwortlichen im Gottesdienst an seine zusehends verärgerteren Gemeindemitglieder weitergegeben hat. Er macht sich auch ernsthaft Sorgen um die älteren Nutzer des Pfarrhauses: „Wenn sich hier jemand hinlegt und sich einen Oberschenkelhalsbruch holt, dann hat auch die Stadt ein gewaltiges Problem.“ Der Pastor sieht möglicherweise Schmerzensgeldansprüche aufs Rathaus zurollen.

In der Gemeinde hat die Dunkelheit für teils skurrile Auswüchse gesorgt: Nicht nur die verlegte Handarbeitsgruppe fällt Schoppe da ein: „Einmal hat ein Autofahrer die Teilnehmerin einer Gruppe abgeholt und ist dann mit dem Auto langsam hinter den anderen Senioren hergefahren, um ihnen den Fußweg auszuleuchten.“ Andere ältere Gemeindemitglieder gehen nur händchenhaltend über den Platz, um nicht zu stürzen. Besonders schwierig seien die Sichtverhältnisse, wenn man nach längerem Aufenthalt im hellen Pfarrhaus nach draußen tritt, so Schoppe.

Als Grund für die Verzögerungen seien ihm zunächst Schwierigkeiten mit der Lieferung der Masten genannt worden, erinnert sich Schoppe. Danach hieß es, die Stadtwerke, die als Vertragspartner der Stadt die Laternen selbst installieren, seien in der Verantwortung.

Bei den Stadtwerken will man die Maßnahme möglichst schnell abschließen, versichert Sprecherin Ruth Märtin. Das stürmische Wetter der vergangenen Tage habe eine Installation der schweren Laternen jedoch zu riskant gemacht. Noch in dieser Woche sollen fünf der insgesamt acht Leuchten angebracht werden; in der kommenden Woche seien die Arbeiten an den Laternen dann voraussichtlich abgeschlossen, kündigt Märtin an.

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