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Wärmenetz: Rohstoffe sollen aus dem Stadtforst kommen

SPRINGE. Die Stadtwerke wollen das neue Fernwärmenetz möglichst umweltfreundlich betreiben – auch in Sachen Anlieferung: 50 Prozent des Holzes, das im zu bauenden Kraftwerk im Gewerbegebiet verbrannt werden, sollen aus dem Springer Stadtforst kommen.

Holzernte: Zuweilen wird auch am Deister ein Vollernter eingesetzt, wie hier in einem Wald der Landesforsten bei Bennigsen. FOTO: MISCHER
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Überdies plant Stadtwerke-Geschäftsführer Marcus Diekmann Gespräche mit den Landesforsten: Auch aus deren heimischen Wäldern sollen Rohstoffe gekauft werden.

Rund 20 Tonnen Holz sollen im Heizkraftwerk täglich verbrannt werden – zwei Lastzüge voll. „Wir gehen davon aus, dass das Kraftwerk nur von September bis Mai gebraucht wird“, sagt Diekmann. In den warmen Monaten könnte die Wärmeversorgung über die bisherigen Kapazitäten – die über die Biogasanlage betriebenen Anlagen – gestemmt werden. Das bedeutet, dass das neue Kraftwerk jährlich rund 4000 Tonnen Hackschnitzel verbrauchen würde. Die Rohstoffe, die nicht vom Deister kommen, möchten die Stadtwerke dazu kaufen: „möglichst lokal“, wie Diekmann versichert. Gespräche, unter anderem mit den Landesforsten dazu, seien geplant.

Entstehen soll das Kraftwerk, wie berichtet, nahe des Bisonsportplatzes im Gewerbegebiet Philipp-Reis-Straße. Für den Standort spricht nicht nur die gute Anbindung an die Verkehrsnetze: Die Bundesstraße ist über kurze Wege erreichbar, Lastverkehr steht im Industriegebiet ohnehin auf der Tagesordnung; aber auch der Stadtforst ist gleichsam nur einen Steinwurf entfernt: Die Rohstoffe könnten also aus dem Wald direkt zum Kraftwerk gebracht werden.

Stadtförster Bernd Gallas betont, dass im Idealfall beide Seiten von der Zusammenarbeit profitieren könnten. Denn das Holz, das in der Regel für die Hackschnitzel verwendet wird ist, wie Experten sagen, „nicht ganz marktgängig“ – also es ließe sich auf dem normalen Markt schlecht oder gar nicht verkaufen.

Die Stadt könnte also mit der eigenen Tochter Stadtwerke als Abnehmer die Einnahmen steigern. Außerdem: „Der normale Holzmarkt ist gesättigt“ – und angesichts schwankender Holzpreise wäre der Hackschnitzelverkauf sicherlich auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht erfreulich. Allerdings betont Gallas: „Wir haben noch keine Verträge unterschrieben.“ Es müssten aber nur noch Details geklärt werden, etwa, wie feucht das Holz fürs Kraftwerk sein darf und wer die Äste, Baumkronen und Schnittreste klein häckselt, damit sie im Kraftwerk verfeuert werden können. „Ich könnte mir vorstellen, dass das ein externes Unternehmen übernimmt.“

Gallas räumt ein, dass es auch Kritik an der künftigen Praxis geben könnte: „Natürlich holen wir dadurch mehr Biomassse aus dem Wald und es wird weniger Totholz liegen bleiben.“ Aber das hält er im Bereich des Stadtforsts nicht für allzu tragisch: „Unsere Wälder sind überdüngt, unter anderem mit Stickstoff.“ Angesichts der Tatsache hält es der Stadtförster nicht für falsch, „da mal etwas herauszuholen.“

Das Heizwerk soll Anfang 2019 ans Netz gehen – bereits vor dem offiziellen Start des Fernwärmenetzes. Das Grundstück, auf dem es entstehen soll, gehört der Region.



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