weather-image
23°

Völksener widersetzt sich Vollzugsbeamtin

VÖLKSEN. Weil er einer Vollzugsbeamtin des Veterinäramtes ihre Kamera entrissen, Fotos gelöscht und sich ihr insgesamt widersetzt hat, muss ein 50-jähriger Völksener eine Geldstrafe von 4000 Euro bezahlen.

Foto: Pape

Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

Die Strafrichterin am Springer Amtsgericht glaubte dem Mann seine Version nicht. Er behauptete, ihren Fotoapparat nicht genommen zu haben und erklärte: „Sie ist eine Lügnerin“.

Auf das Grundstück des Völkseners war die Frau im Mai vergangenen Jahres gekommen. Es habe Vorwürfe gegen den Mann gegeben, er würde seine Pferde nicht artgerecht halten, erzählte die Vollzugsbeamtin in ihrer Zeugenaussage vor Gericht. Weil es keine Klingel am offenstehenden Tor gab, sei sie auf das Grundstück gegangen und habe laut gerufen. Zudem habe sie vergeblich mehrfach an der Haustür geklingelt. Die Frau machte Fotos von zwei Pferden, die in einem Paddock standen sowie von einem offenstehenden Stall. „Es war nichts anzumahnen“, sagte sie.

Dass ein Hund an einer Kette angebunden war, sei allerdings nicht erlaubt, berichtete sie weiter. Das Bellen dieses Hundes, der einem Kind des Hausherrn gehört, machte aber schließlich den 50-Jährigen auf die Besucherin aufmerksam. Zunächst sei der Mann sehr freundlich gewesen, berichtete die Frau. Er habe ihren Dienstausweis sehen wollen. „Den hat er mir dann zusammen mit meiner Kamera aus der Hand gerissen“, so die Vollzugsbeamtin. Er verweigerte ihr die Rückgabe der Kamera, auf deren SD-Karte neben den Bildern vom Gelände des Angeklagten weitere Fotos gespeichert waren. Sie habe angeboten, die Fotos des Grundstücks zu löschen, erzählte die Frau. Doch er habe die Kamera behalten und sie vom Gelände geschickt. Daraufhin verständigte die Frau die Polizei.

Die Beamten fanden den Fotoapparat später im Stall des Völkseners. Dort habe sie die Kamera vermutlich heimlich hingelegt, vermutete ein Sohn des Angeklagten, der auf Wunsch seines Vaters als Zeuge vor Gericht aussagte. Darin bestätigte er auch die Schilderung seines Vaters, er sei bei dem Disput mit der Veterinärhelferin dabei gewesen. Die aber hatte ausgesagt, allein mit dem Hausherrn gewesen zu sein.

Der Staatsanwalt kündigte an, wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage ein Verfahren gegen den Sohn einzuleiten.

Auch dem Vater ist diese Verhandlung teuer zu stehen gekommen. Denn mit der ausgeurteilten Geldstrafe von 4000 Euro muss er nun doppelt soviel zahlen, wie zuvor in einem Strafbefehl, den er für diese Anschuldigungen erhalten hatte. Damit wäre für den 50-Jährigen die Angelegenheit mit einer Zahlung von 40 Tagessätzen á 50 Euro erledigt gewesen. Gegen diesen Strafbefehl hatte der Mann allerdings Widerspruch eingelegt, sodass es nun zu der Verhandlung gekommen war. Der Völksener kündigte an, in Berufung gehen zu wollen.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt