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Verwaltungsaußenstellen: Bennigserin hofft auf Rettung

BENNIGSEN. Sie hat eine Unterschriftenaktion gegen die Schließung der Verwaltungsaußenstelle initiiert – und damit ihr Ziel erreicht, eine Diskussion anzustoßen, die das geplante Aus für die Rathaus-Dependancen kritisch begleitet. Zwei Monate danach zieht Marita Gniesmer eine Zwischenbilanz.

„Damals, bei der Gebietsreform, wurde uns zugesichert, dass wir eine Außenstelle erhalten.“ Marita Gniesmer. Kritikerin der geplanten Nebenstellen-Schließung
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Sie wünscht sich, dass Politik und Verwaltung die Wünsche der Bürger in diesem Fall stärker berücksichtigen. Wie auch immer sie entscheiden werden.

„Ich bin froh, dass die Politik das Thema nun kritisch diskutiert“, sagt Gniesmer, die zuletzt 210 Unterschriften gegen die geplante Außenstellen-Schließung eingesammelt hat. Anfang April hatte der Stadtrat, wie berichtet, mit großer Mehrheit für einen Aufschub beim Thema Schließung der Rathaus-Dependancen gestimmt: Bis zur Ratssitzung Ende Juni soll nun eine Lösung gefunden werden, mit der sich alle anfreunden können.

Gniesmer hat kein politisches Amt inne, hat in Gesprächen mit Bennigsern aber herausgehört, so sagt sie, dass gerade bei älteren Menschen eine mögliche Schließung als großes Problem empfunden werde. Sie kann sich als Kompromiss auch vorstellen, dass die Außenstelle in Bennigsen an nur einem Tag geöffnet wäre – dann aber wirklich verlässlich. Denn genau das war, ihrer Meinung nach, bisher der Grund dafür, dass weniger Besucher im Gebäude am Bahnhof vorbeigekommen sind. „Da war ja wochenlang geschlossen“ – obwohl laut Plan eigentlich geöffnet sein müsste.

Die Kritik an ausgedünnten Öffnungszeiten der Ortsbüros, wie hier in Völksen, wächst. Foto: Archiv

Viele Bennigser hätten angesichts der unverlässlichen Öffnungszeiten schlichtweg resigniert – und ihre Verwaltungsangelegenheiten gezwungenermaßen anderweitig geregelt, habe sie in Gesprächen immer wieder herausgehört.

In den Augen der Bennigserin betreibt die Verwaltung damit so etwas wie eine Salami-Taktik: Zuerst werden die Öffnungszeiten ausgedünnt, dann ist die Außenstelle auch während der dünnen Öffnungszeiten geschlossen, „wenn sich dann keiner beschwert, schließen sie ganz“. Allerdings gebe es etliche Beschwerden, die kämen allerdings nur in den seltensten Fällen bei der Verwaltung an, so Gniesmer.

Sie argumentiert bei ihrem Einsatz für die Außenstelle auch historisch: „Damals, bei der Gebietsreform, wurde uns zugesichert, dass wir eine Außenstelle erhalten.“ Dieses alte Versprechen könne man nun nicht einfach mit dem Verweis auf zu wenig Besucher vom Tisch wischen, meint die Bennigserin. „Dann sollten wir uns mit einem Plakat vors Rathaus stellen.“



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