weather-image
Alternativer Antrag für den Schulausschuss: Details zur neuen Oberschule abwarten

Verwaltung will Gesamtschule auf Eis legen

Springe (zett/ric). Die Verwaltungsspitze will die Gesamtschul-Pläne von SPD und Grünen vorerst auf Eis legen. In einer Alternative zum Antrag der beiden Fraktionen (NDZ berichtete) rät Bürgermeister Jörg-Roger Hische dem Schulausschuss und dem Rat, Details zur neuen Oberschule abzuwarten und erst dann zu entscheiden. Auch gegenüber der Neuen Deister-Zeitung äußerte er entsprechende Forderungen.


Die Verwaltung kommt bei ihren Berechnungen zum Thema Schülerzahlen zu einem anderen Ergebnis als SPD und Grüne – und zu einem klaren Urteil: „Es kann davon ausgegangen werden, dass die Schülerzahlen zwischen 2017 und 2021 für eine IGS und das Otto-Hahn-Gymnasium nicht mehr ausreichen“, heißt es in der neuen Vorlage, die am 19. Januar in der Schulausschuss-Sitzung beraten wird.

SPD und Grüne gehen in ihrem Antrag davon aus, dass von etwa 270 Springer Kindern, die im Schuljahr 2012/13 auf eine weiterführende Schule wechseln würden, 120 das OHG und 120 weitere eine vierzügige IGS besuchen werden, der Rest ginge ins Umland. Demnach könnten so beide Einrichtungen auch bei sinkenden Schülerzahlen bestehen.

Doch die Verwaltung hält dagegen: Die Genehmigung einer Gesamtschule durch das Land sehe momentan eine „umfassende prognostische Berechnung der Schülerzahlen bis 2025 auf fünf Züge (130 Schüler pro Jahrgang)“ vor. Die von SPD und Grünen angepeilte Vierzügigkeit werde momentan nur in Ausnahmefällen wie Raumnot genehmigt. Ausgehend von aktuellen Geburtenraten rechnet die Verwaltung aber mit nur noch 200 wechselnden Viertklässlern im Jahr 2025. Sollten von diesen immer noch wie verlangt 130 auf die IGS gehen, blieben nur noch 70 für das OHG. Und: Eine bestimmte Zahl an Abwanderungen in Nachbargemeinden – etwa zu Waldorfschulen – werde „sich auch in Zukunft nicht völlig vermeiden lassen“, warnt die Verwaltung.

„Diese Position ist auch meine“, sagt Bürgermeister Hische. Die Situation der Schülerzahlen an der Hauptschule sei „katastrophal“. Es gebe Handlungsbedarf. „Wir wollen den Prozess jetzt lostreten, aber keinen Schnellschuss abliefern“, so Hische. Er hält den Einsatz einer Expertenkommission der Landesschulbehörde für sinnvoll.

Für CDU-Bürgermeister-Kandidat Friedrich Woltmann ist die gesamte Diskussion übereilt. „Wir werden sicher in ein paar Jahren darüber reden müssen“, sagte Woltmann im Gespräch mit der NDZ. Man dürfe die Entscheidung über die Einrichtung einer Gesamtschule „nicht übers Knie brechen“.

Für die SPD kommt die abweichende Meinung der Verwaltung nicht unerwartet. Aus Sicht des stellvertretenden Ortsvereins-Chefs Michael Buckup, treibende Kraft hinter den Gesamtschul-Bemühungen der Partei, stellt sich die Frage, „wie weit solche Prognosen überhaupt greifen“. Allgemein scheine die Talsohle beim Geburtenrückgang durchschritten: „Ob das auch für Springe zutrifft, muss man sehen.“ Mit Blick auf die geltenden Genehmigungsvorschriften sagte Buckup: „Spätestens nach der Landtagswahl 2013 werden die Karten ohnehin neu gemischt.“

Nach der entscheidenden Abstimmung im Rat will offenbar auch die SPD- und Grünennahe Elterninitiative noch einmal eine Infoveranstaltung zur Gesamtschule anbieten. Man wolle dann auch mit Blick auf die Elternbefragung „noch einmal nach außen treten“, so Buckup, der selbst auch im Vorstand der Initiative aktiv ist.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt