weather-image
Zu wenig Wehrdienstleistende in Springe

Verwaltung will Aufgabe an die Region abtreten

Springe (ric). Mangelnde Routine aufgrund geringer Fallzahlen auf der einen Seite, wachsende Herausforderungen und Anforderungen auf der anderen – die Stadt will den Bereich der Unterhaltssicherung für Wehr- und Zivildienstleistende abgeben.


Vor acht Jahren hatte die damalige Bezirksregierung Hannover nach einem Beschluss des Springer Rates die Aufgabe an die Deisterstadt übertragen. Grundwehr- und Zivildienstleistende sowie Wehrübende konnten seitdem Anträge auf finanzielle Unterstützung in der Zeit ihrer Wehrpflicht direkt im Sozialamt der Stadt stellen, anstatt mit dem damaligen Landkreis Hannover Kontakt aufnehmen zu müssen. Mit den Leistungen des Unterhaltssicherungsgesetzes (USG) soll der Lebensbedarf der Wehrpflichtigen und ihrer Angehörigen abgedeckt werden.

Zwei Mitarbeiter für 30 Wehrdienstler

Eine Aufgabe, die einer Mitarbeiterin im Sozialamt eigens übertragen wurde. Doch die Realisierung gestaltete sich offenbar schwierig: für den Vertretungsfall und aufgrund des Vieraugenprinzips musste ein weiterer Mitarbeiter eingearbeitet werden – und das, obwohl die Zahl von „Bundis“ und „Zivis“ in Springe schon damals vergleichsweise gering war und mit weiteren Lockerungen in den Folgejahren absank. Auch die Zeit von Grundwehrpflicht und Zivildienst wurde auf mittlerweile nur noch neun Monate reduziert.

Durchschnittlich 30 Fälle bearbeitet die Stadt Springe jährlich – und kassiert dafür eine „Personal- und Sachkostenerstattung“ in Höhe von 8480 Euro von der Region. Geld, auf das die Stadt offenbar verzichten möchte, weil die Leistungsgewährung nach dem USG komplex und zeitaufwendig ist. „Es ist bei dieser geringen Antragszahl nicht möglich, die für eine rechtmäßige Sachbearbeitung erforderliche Erfahrung und Routine zu entwickeln“, heißt es als Begründung von der Stadt.

Mehr zu tun bei der Sozialhilfe

Dabei ist die Stadt Springe kein Einzelfall: Andere Kommunen haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt und ihre Aufgabe zurückgegeben. Arbeit wird es der demografischen Entwicklung entsprechend und aufgrund gesetzlicher Neuregelungen ohnehin genug im Sozialamt geben: etwa bei der Grundsicherung, der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen und im Bereich Wohngeld. Die Verwaltung geht davon aus, dass diese Entwicklung weiter anhalten wird.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt