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Verurteilt – aber nicht als Drogendealer

SPRINGE. Er soll in einer Springer Cocktailbar gedealt und sich ohne Bezahlung Waren habe schicken lassen. Der Fall landete vor dem Amtsgericht Springe.

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Autor

Annegret Brinkmann-Thies Reporterin

Doch am zweiten Verhandlungstag und nach einer umfangreichen Beweisaufnahme stellte die Richterin am Amtsgericht Springe diese Anklagepunkte ein. Eine Geldbuße in Höhe von 600 Euro bekam der Angeklagte allerdings dafür auferlegt, dass er für einen einstigen Angestellten im Jahr 2014 keine Sozialabgaben gezahlt hat.

Rund 700 Euro an Arbeitnehmerbeiträgen war der 32-Jährige den Sozialkassen schuldig geblieben. „Ich habe dem Mann seinen Lohn gezahlt, da war für die Sozialabgaben nichts mehr übrig“, erklärte der Angeklagte, der einmal eine Aufräumfirma für Baustellen betrieben hatte. Der stellte während des Prozesses mit einigem Schrecken fest, dass er seinem Mitarbeiter, für dessen drei Monate währende Tätigkeit den Brutto- anstatt des Nettolohns ausgezahlt hatte. Falls er noch einmal eine Firma gründen wolle, solle er sich vorher beraten lassen, riet ihm daraufhin die Strafrichterin.

Um Licht in den Vorwurf des Handeltreibens mit Drogen in der Zeit von September 2013 bis Februar 2014 in einer ehemaligen Cocktailbar zu bringen, hatte das Gericht in der gestrigen Verhandlung zwei Zeugen polizeilich vorführen lassen. Sie waren am ersten Verhandlungstag nicht erschienen. Ein 31-jähriger Springer erklärte, er habe einmal für zehn Euro Marihuana bei dem Angeklagten gekauft. Wie, wo und wann das war, daran konnte er sich nicht erinnern. Auch ein 38-Jähriger belastete den Angeklagten nicht. Zwar habe er damals viel Zeit in der Bar verbracht, sei aber meist betrunken gewesen und habe nie gesehen, dass der 32-Jährige Stoff verkauft habe. Das Gericht stellte die Anklage hierzu ebenso ein wie den Tatvorwurf, elektronische Waren für 50 Euro bestellt und nicht bezahlt zu haben. Beweise hierfür gab es nicht, der Angeklagte schwieg zu diesen Vorwürfen.

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