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Spur führt zum Bahnhof – und verliert sich / Polizei kann Suche vor Ort vorläufig einstellen

Vermisster Senior hat Springe längst verlassen

Springe (ric). Der Fall Fritz Mensing hat eine ungeahnte Wendung genommen: Zumindest vor Ort kann die Polizei die Suche nach dem Vermissten vorläufig einstellen.

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Sonnabend, 14.30 Uhr: Seit dem frühen Vormittag ist das Team um Einsatzleiter Lutz Fricke wieder im Außeneinsatz. Gemeinsam mit den speziell ausgebildeten Suchhunden haben die Ermittler dort die Spur wieder aufgenommen, wo sie am Mittwochabend bei Dunkelheit und Regen endete: am Springer Ortsrand an der Hamelner Straße. Die Vierbeiner mit ihren perfekt geschulten Nasen gelangen nach einiger Zeit am Bahnhof an. Es steht fest: Der Senior mit dem weinroten Elektro-Krankenfahrstuhl hat den Fahrstuhl genommen, um zu den Gleisen zu gelangen. „Am Bahnsteig ist nun Feierabend“, sagt Hauptkommissar Fricke. Alle sind sich sicher, dass der 86-Jährige in die S-Bahn gestiegen und weggefahren ist. In welcher Richtung, ist unklar – die Hautschuppen, an denen sich die Hunde orientieren können, sind vom Wind auf weite Teile der Plattform verweht worden. Videobänder, die von der Abreise zeugen, existieren nicht mehr, bedauert Fricke im Gespräch mit der NDZ.

Fuhr Mensing in Richtung Hameln oder nach Hannover? „Da werden wir nicht spekulieren.“ Die Fahndung läuft bereits landesweit. Wann er den Zug genommen hat, kann ebenso nicht gesagt werden, vielleicht vor ein paar Tagen, möglicherweise schon vor zwei Wochen. Falls sich ein Bahnreisender erinnert, sollte er sich an die Polizei wenden.

Nach Angaben der Ehefrau war Fritz Mensing am Freitag, 2. Dezember, verschwunden. Er fuhr kilometerweit durch den Deister bis Nienstedt, dann zurück über Bad Münder bis zum Bahnhof Springe.

Der Fall erinnert an eine Begebenheit, die sich vor einigen Jahren in Hameln abspielte: Dort war ebenfalls ein gehbehinderter alter Mann verschwunden, ohne seinen Angehörigen Bescheid zu sagen. Zwei Wochen später holte ihn ein Krankentransport aus Karlsruhe ab: Dort war der Senior orientierungslos am Bahnhof unterwegs gewesen, bis ihn die Polizei in ein Krankenhaus brachte. Erst durch aufwändige Recherchen war es gelungen, seinen Wohnort festzustellen.



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