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Spaziergänger entdecken Fritz Mensings Leichnam bei Messenkamp / Ermittler glauben an einen Unfall

Vermisster 86-Jähriger erfroren aufgefunden

Springe. Die Hoffnung, dass Fritz Mensing lebend wieder auftaucht, schwand von Tag zu Tag. Jetzt haben die Angehörigen traurige Gewissheit: Der 86-jährige Springer ist tot.

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Autor:

Markus Richter

Eine Gruppe Wanderer fand den Leichnam des seit vier Wochen vermissten Rentners am Mittwoch gegen 15 Uhr nahe einem Waldgebiet in Messenkamp im Kreis Schaumburg. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nach Polizeiangaben nicht. Ebenso wird ein Suizid ausgeschlossen. Die Ermittler gehen vielmehr davon aus, dass Mensing an einer Waldanhöhe gestürzt und erfroren ist. „Sein Zustand deutet auf eine längere Liegezeit hin“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der NDZ.

Zur Identifizierung fuhr der Pastor des Diakoniezentrums Springe, Markus Frank, ins Krankenhaus nach Stadthagen. Während der vergangenen Wochen hatten sich der Seelsorger und Heimleiterin Iris Würthele intensiv um die Familie gekümmert – Fritz Mensing lebte zusammen mit seiner Ehefrau an der Jägerallee. „Die Nachricht vom Tod ist schrecklich und traurig, aber jetzt haben wir endlich Gewissheit“, sagte Frank.

Dass Mensing nun im 16 Kilometer entfernten Messenkamp aufgefunden wurde – damit hatte wohl niemand gerechnet. Schließlich waren die Ermittler doch fest davon ausgegangen, dass der Rentner Springe mit der Bahn verlassen hatte. „Ich möchte die Zuverlässigkeit des Spürhunde-Einsatzes nicht bewerten“, sagte der Polizeisprecher aus Hannover. Tatsache ist, dass der weinrote Elektrofahrstuhl fehlt. Wahrscheinlich war dem Gefährt nach der möglichen Fahrt über den Deisterkamp der Saft ausgegangen – Mensing wird es stehen gelassen und versucht haben, zu Fuß weiterzukommen.

Seinen Wohnsitz hatte der demenzkranke Springer am Nachmittag des 2. Dezember in Richtung Waldrand verlassen. Nach drei Tagen informierte seine Ehefrau Pastor Frank, der rief die Polizei an. Das Kommissariat bat daraufhin die Öffentlichkeit um Mithilfe, schaltete auch eine Fahndung über das Internet, Beamte hingen im Deister Plakate aus. Mensings Sohn reiste aus Bielefeld an.

Erste Zeugenhinweise gingen ein: Die heißeste Spur führte nach Nienstedt, direkt auf der Springe gegenüberliegenden Seite des Höhenzugs. Noch am 5. Dezember suchten Polizisten, Helfer von Johannitern und Feuerwehrkameraden bis weit nach Mitternacht den Bereich ab, auch ein Polizeihubschrauber der niedersächsischen Phönix-Staffel kam zum Einsatz.

Regen und Schneefall zwangen zum Abbruch der Aktion, in den Folgetagen machten sich Suchhunde mit ihren Führerinnen auf. Die Tiere witterten anhand von Hautschuppen eine Spur, die über Bad Münder zum Springer Bahnhof führte – offenbar war die Fährte falsch.



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