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Verkehrsverein wählt Notvorstand: Kritik an der Stadt

SPRINGE. „Eine geschlossene Touristeninformation lockt keine Gäste und Bustouristen an“, ist der neue Vorsitzende des Verkehrsvereins, August Ziesenihs, überzeugt. „Das spricht sich unter den Reiseanbietern und Busunternehmern rum.“

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Autor:

Reinhold Krause

Und Ziesenihs weiß, wovon er spricht, denn er ist ausgewiesener Marketingexperte in der Tourismusbranche und auch im Tourismusausschuss der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Zusammen mit seinem Vorgänger Günter Stolte als stellvertretender Vorsitzender, Uta Braun als Kassiererin und Regina Schwarz-Ahrens als Schriftführerin stellt Ziesenihs den neuen Vorstand. Doch sie können den Verkehrsverein derzeit nur kommissarisch leiten. Was andernorts nach Auffassung des Verkehrsvereins hervorragend funktioniere, sei in Springe mutwillig zerstört worden – nämlich das Zusammenspiel zwischen dem Verkehrsverein und der Touristeninfo. Ein Zustand, der für massenhaft Kritik unter den Versammlungsteilnehmern der Hauptversammlung sorgte. Aber es kam an diesem Abend noch schlimmer.

Turnusmäßig sollte ein neuer Vorstand gewählt werden. Doch um den alten Vorstand entlasten zu können, lag weder das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung noch ein Kassenbericht vor – von einer Kassenprüfung ganz zu schweigen. Wie konnte das passieren? Der Grund: Die beiden Frauen, die bislang die Ämter innehatten, sind Angestellte der Stadt Springe. Eine ist für das Stadtmarketing zuständig, die andere arbeitet in der Tourist-Info im Alten Rathaus.

Nachdem ihnen die Tätigkeit für den Verkehrsverein untersagt wurde, haben sie auch gleich ihre Mitgliedschaft gekündigt und alles stehen und liegen gelassen, Ohne dass der bis dahin Vorsitzende Günter Stolte von ihnen informiert wurde, haben sie ihre Zugangsberechtigung zu den Vereinskonten bei der Bank aufgegeben und damit für ein fiskalisches Chaos gesorgt, denn nun kam keiner mehr an die Konten ran, berichteten die Mitglieder. Lediglich durch Kontoauszüge konnte Stolte noch den letzten Kontostand der Versammlung mitteilen.

„Die beiden ausgeschiedenen Damen hätten ihre Berichte aber noch machen müssen, denn auch sie können jetzt nicht entlastet werden“, war Stolte sauer auf das Verhalten der Stadt. „Die Touristeninfo bewegt nichts“, geht Ziesenihs mit der Stadt hart ins Gericht auf die Bemerkung von Gerhard Mestwerdt, dass die Touristeninfo öfter geschlossen als geöffnet sei. „Anrufe laufen oft ins Leere, hier müsste die Stadtmanagerin mehr unterstützen“, lautet sein Credo. Um aber das Vereinsgeschehen wieder voran zu bringen, müssten neue Ideen entwickelt werden. „Der Verkehrsverein muss jetzt allein arbeiten“, so Ziesenihs. Regelmäßige Stammtische für Mitglieder und Gäste mit Vorträgen ob musikalisch oder theatral, Informationen oder Kaffeenachmittage, ein Ausbau des bisherigen Angebotes wie Wanderungen und Tagesfahrten – das hat sich Ziesenihs erst einmal vorgenommen: „Wir wollen auf alle zugehen.“

Auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, die fast identische Angebote hätten, kann sich Ziesenihs vorstellen. „Wir haben gute touristische Angebote wie zum Beispiel das Wisentgehege, damit können wir gut punkten“, ist sich der Vorsitzende sicher, „man muss es nur tun“. Er hofft, dass der Verkehrsverein und die Tourist-Info wieder zusammenfinden.

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