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Verbotene Parolen gebrüllt: 52-Jähriger vor Gericht

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

SPRINGE. Gleich mehrfach hat ein 52-jähriger Springer den verbotenen Ausspruch „Sieg Heil“ gebrüllt – und sich damit strafbar gemacht. Gegen einen Strafbefehl in Höhe von 1400 Euro hatte der Mann Einspruch eingelegt. Deshalb kam es gestern vor dem Amtsgericht in Springe zur Verhandlung.

Anfang Januar hatte der Mann im hannoverschen Hauptbahnhof mehrfach die verbotenen Worte gerufen, bevor er von der Polizei gestoppt wurde. Ein Test ergab einen Blutalkoholwert von fast 1,8 Promille. Er trinke oft Alkohol und müsse zugleich Tabletten einnehmen, berichtete der Mann. Diese Mischung habe ihn wohl auch dazu bewogen, nur kurze Zeit später an zwei aufeinander folgenden Nächten im Februar vom Balkon seiner Springer Wohnung aus „Sieg Heil“ zu rufen.

„Wahrscheinlich ist mir da die Sicherung durchgegangen“, so der 52-Jährige. Warum er denn überhaupt gebrüllt habe, wollte die Vorsitzende Richterin wissen. Auf diese Frage konnte der Angeklagte keine schlüssige Antwort geben. „Mir ging das so auf den Sack“, erklärte er – blieb aber eine Erklärung schuldig, was genau ihn gestört habe.

Der Mann räumte die Taten ein. Mit seinem Einspruch gegen den Strafbefehl habe er sich auch lediglich gegen die Höhe der Geldauflage wehren wollen, erklärte er. Denn er habe nur eine geringe Rente und könne das Geld nicht aufbringen. Zudem müsse er bereits Geldauflagen zahlen, weil er bereits mehrfach wegen ähnlicher Vergehen verurteilt worden sei.

Einverstanden erklärte sich der Springer schließlich mit einer Umwandlung der verhängten 1400 Euro – das entspricht 70 Tagessätzen à 20 Euro – in eine Arbeitsauflage. Weil der Mann gesundheitliche Einschränkungen hat, schlug ihm das Gericht die gemeinnützige Arbeit in einem Tierheim vor. „Ja, mit den Hunden Gassigehen, das kann ich“, sagte er.



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