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Vatertag: Warum Springe von den Massen verschont bleibt

SPRINGE. Während am Steinhuder Meer oder am Maschsee zu Christi Himmelfahrt wieder Tausende Bollerwagen über die Straße holpern werden, dürfte es im Deister ruhiger zugehen – der ganz große Ansturm bleibt seit einigen Jahren aus. Das könnte mehrere Ursachen haben. Eine Spurensuche.

Mit Bollerwagen und Bierdosen: Immer weniger junge Männer (und Frauen) sind zum Vatertag im Deister unterwegs. FOTO: CAP/ARCHIV
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

In den von der Polizeidirektion Hannover veröffentlichten Planungen zum Christi-Himmelfahrts-Einsatz spielt der Deister überhaupt keine Rolle mehr. Gezielte Präventionseinsätze der Beamten wird es demnach lediglich rund um den Maschsee und am Steinhuder Meer geben.

Um das Jahr 2010 gehörten auch Springe und der Deister noch zu den Hochburgen für Partys mit den obligatorischen Trinkgelagen überwiegend junger Menschen. Und wenn angetrunkene Menschenmassen durch den Wald torkeln, dann führt das automatisch zu Einsätzen von Rettungskräften und Polizei.

„Es ist ruhiger geworden“, sagt Christian Krone, Leiter des Springer Kommissariats, mit Blick auf die vergangenen zwei Jahre. Bei der Erklärung ist er ein Stück weit ratlos. „Vielleicht haben sich die Jugendlichen auch einfach beruhigt“, mutmaßt er über die Gründe dafür, dass der große Ansturm in den vergangenen Jahren kleiner wurde. Und merkt an, dass der Deister immer weniger Anlaufpunkte biete. Und in diesem Jahr wird die Zahl der Ausflugslokale noch geringer: Die Deisterhütte bietet keinen Ausschank, ebenso wenig wie die Deisterpforte. „Es gibt einfach nicht mehr so viele Brennpunkte“, sagt Krone. Gastronomie wird etwa am Landheim der Tellkampfschule angeboten. Dazu kommt natürlich der Annaturm als Anziehungspunkt für durstige Wanderer.

„Wir hoffen, dass es in diesem Jahr, wie in den Vorjahren, zu keinen großen Exzessen kommt“, sagt Krone. Und kündigt an, dass die Polizei – bei Bedarf – auch in diesem Jahr rund um den
Deister präsent sein werde. Vielleicht spielt auch das eine Rolle: Laut einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trinken Jugendliche weniger und maßvoller Alkohol als vor 13 Jahren. In der Region ist die Zahl der Jugendlichen, die wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus gebracht werden mussten, laut Sprecherin Sonja Wendt „stark zurückgegangen“.

Unter anderem bietet die Region mit ihrem Jugendhilfe-Stützpunkt in Springe Online-Suchtberatung, an den Schulen werden Projekttage zum Thema Alkohol und Suchtprävention durchgeführt, und auch Lehrkräfte werden fürs Thema sensibilisiert. Überdies gibt es in Zusammenarbeit mit der Polizei Infos zum Thema Alkohol im Straßenverkehr. „Welchen Effekt das auf die Situation an diesem Tag am Deister hat, können wir nicht sicher sagen“, sagt Wendt.

Welche Faktoren es auch immer waren – in den letzten Jahren haben sie gewirkt. Und das ist das Wichtigste.

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