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Niederländisches Unternehmen kündigt Investitionen in Leuchtenwerk an / Betriebsrat will Zugeständnisse

Varova verspricht „starke Zukunft für Springe“

Springe. Sie haben große Pläne – die designierten Eigentümer des Philips-Leuchtenwerks an der Rathenaustraße. Joris Kaak vom niederländischen Finanzinvestor Varova, der die Springer Fabrik zum 1. Oktober kaufen will (NDZ berichtete), prognostiziert dem Standort eine, so wörtlich, „starke Zukunft“.

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Autor:

Marc Fügmann

Im Gespräch mit der Neuen Deister-Zeitung zeigte sich der Mitgesellschafter der Investmentfirma aus Utrecht gestern geradezu euphorisch. Es gehe nicht nur um Restrukturierung. Das Ziel laute Wachstum. Die Fabrik soll demnach in den nächsten Jahren zu einem „mittelgroßen“ Hersteller von Leuchten für den Innen- und Außenbereich ausgebaut werden. Kaak kündigte dafür erhebliche Investitionen in die vorhandenen Gebäude, insbesondere aber in den Maschinenbestand an. So sollen in den kommenden Monaten diverse Anlagen erneuert werden.

Gleichzeitig will Varova nach Angaben Kaaks all jene Abteilungen neu aufbauen, die es bislang am Standort nicht oder aber nicht mehr gibt – von der Finanzverwaltung bis zu einer Vertriebsorganisation. Dabei spielt offenbar auch der bisherige Eigentümer Philips eine Rolle. Varova plant eine enge Zusammenarbeit mit dem niederländischen Elektronikkonzern. Philips soll demnach auch eine Vielzahl von Komponenten zuliefern.

Geplant ist laut Kaak eine Aufstockung der Belegschaft. Genaue Zahlen will er jedoch nicht nennen. Fest steht unterdessen, dass Varova weitgehend am vorhandenen Management festhält. „Wir sind glücklich, dass wir den bisherigen Betriebsleiter Michael Bartesch weiter als Direktor vor Ort haben“, sagte Kaak. Unterstützend will die Investmentfirma eigene Berater entsenden.

Die knapp 200 Beschäftigten mögen die Begeisterung der künftigen Hausherren zumindest derzeit noch nicht uneingeschränkt teilen. Betriebsratsvorsitzender Joachim Kasper sprach gestern von „gedämpfter Euphorie und sehr gemischten Gefühlen“ unter den Kollegen. „Es ist eben nicht immer alles Gold, was glänzt.“

Kasper bemängelt vor allem, dass es bislang kaum Verbindliches gibt. „Wir freuen uns über Investitionszusagen, wollen dies aber auch schriftlich“, sagt er. In den „teilweise hitzigen“ Gesprächen zwischen dem Betriebsrat, der bisherigen Geschäftsführung und den potenziellen Käufern habe es eine Flut von Informationen gegeben. „Das müssen wir nun erst einmal mit unseren Beratern sammeln und analysieren“, so Kasper.

Zufrieden zeigt er sich nach eigenen Angaben mit ersten Zugeständnissen der anderen Seite. So habe sich Philips bereit erklärt, rückwirkend mit einem Sozialplan einzutreten, falls es innerhalb der ersten drei Jahre unter neuer Führung zu einer Insolvenz kommen sollte.

Die vorhandenen Arbeitsverhältnisse müssen laut Gesetz bei einem Betriebsübergang mindestens ein Jahr aufrecht erhalten werden. Der Betriebsrat hofft, über diesen Zeitraum hinaus Absicherungen vereinbaren zu können. Und: Kasper will von Varova schwarz auf weiß das Versprechen, tariftreu zu bleiben.

Bislang könne man sich noch kein abschließendes Urteil über das Unternehmen aus den Niederlanden bilden, räumt Kasper ein: „Wir wissen, dass wir es mit einem Finanzinvestor zu tun haben – aber nicht, ob mit einem guten oder einem schlechten.“



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