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CDU-Vize Riegelmann kritisiert Pläne der eigenen Partei zur neuen Schulstruktur in Niedersachsen

Unfairer Wettbewerb und vorgegaukelte Bildung

Springe (jemi). Scharfe Kritik an Parteifreund Bernd Althusmann: Die vom Kultusminister geplante Schulstrukturreform samt Einführung sogenannter Oberschulen gefährdet die Existenz vieler Gymnasien und stellt die Qualität der Abschlüsse in Frage. Das glaubt zumindest die Springer Philologenverbandsvertreterin Elke Riegelmann, die auch schulpolitische Sprecherin der CDU Springe ist.


Mit dieser nach eigenen Worten „bedrohlichen Erkenntnis“ kehrte die stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende vom Niedersächsischen Philologentag zurück, an dem sie mit ihrem Kollegen Stefan Eggemann als Delegierte teilgenommen hatte. Während sich die Landes-CDU Ende der Woche vom jahrzehntelang gepflegten Idealbild des dreigliedrigen Schulsystems verabschiedet hat, kann sich Riegelmann insbesondere mit dem neuen Oberschul-Modell (Zusammenlegung von Haupt- und Realschule) nicht anfreunden. Dahinter verstecke sich „die wenig erfolgreiche Gesamtschule“. Dass bei entsprechender Schülerzahl an der Oberschule auch das Abitur möglich sein soll, bringt Riegelmann vollends auf die Palme. „Den Eltern wird eine gute Bildung vorgegaukelt.“ Dabei könne vor allem im Bereich der Fremdsprachen niemals das Niveau eines Gymnasiums erreicht werden, ist sie überzeugt.

Zudem befürchtet Riegelmann einen „Schülerklau mittels unlauterem Wettbewerb“. Die Oberschulen würden alles unternehmen, um Gymnasiasten abzuwerben. Bei den Gesamtschulen habe dies gut funktioniert, weil bessere Abschlüsse wegen herabgesetzter Anforderungen erreicht werden können, meint Riegelmann. Somit gefährde die angestrebte Entwicklung auch die etablierten Gymnasien. Der Philologenverband schätzt, dass etwa ein Drittel der niedersächsischen Gymnasien durch das Vorhaben bedroht ist. Althusmann habe die Gefahren jedoch „geleugnet und lediglich Beruhigungspillen verteilt“, ärgert sich Riegelmann. Ihr bereite auch Sorge, dass in Zukunft Städte und Kreise als Schulträger das Angebot vor Ort weitgehend nach ihrem Geschmack gestalten können.



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