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Turnhalle Holtensen muss ausgekoffert werden

HOLTENSEN. Die Sanierung der Holtenser Turnhalle gerät auf den letzten Metern ins Stocken: Die alte Betonplatte ist mehrfach gerissen, der Boden muss ausgekoffert werden. Statt der veranschlagten 20 000 Euro rechnet die Stadt jetzt mit Kosten in Höhe von rund 40 000 Euro.

Baustelle Sporthalle: Derzeit laufen die Arbeiten für den neuen Boden. FOTO: HELMBRECHT
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Außerdem dauern die Arbeiten deutlich länger als geplant.

Holtensen liegt 101 Meter über Normalnull. Eine kleine Hügellandschaft gab es bislang sogar in der Turnhalle: Wenn es feucht war, drückte sich der Dielenboden in der Mitte des Raumes bis zu 20 Zentimeter nach oben. Einige Sportarten wurden da zur echten Herausforderung.

Woher die Nässe kam, war jahrelang ein Rätsel. Seit wenigen Tagen sind der städtische Mitarbeiter Hartmut Wienke sowie Ortsbürgermeister Heinrich Freimann und sein Helferteam schlauer: „Statt einer richtigen Bodenplatte haben wir unter den Dielen nur zwei bis fünf Zentimeter starken Beton vorgefunden“, erzählt Bauleiter Wienke. „Der Lehmboden direkt unter dieser Sauberkeitsschicht quillt auf.“

Die kleine Sportstätte stammt aus den 50er Jahren. Die Halle ist knapp 150 Quadrameter groß und wird vom Tischtennisverein, der Gymnastik-Gruppe des TSV, vom Eldagser Jiu-Jitsu-Team, und Dorfverein, aber auch vom Kindergarten als Bewegungsraum genutzt. In den vergangenen Monaten haben Ehrenamtliche aus dem Ort den Raum auf Vordermann gebracht. Ein Anbau für die Sportgeräte ist entstanden. Die Stadt hat moderne LED-Beleuchtung montiert. Auch die Wände wurden gestrichen und die 60 Jahre alten Holzdielen herausgerissen. Ab Ende dieser Woche sollten schlussendlich der neue Schwingboden verlegt und die renovierte Halle wiedereröffnet werden. Doch stattdessen ruht die Baustelle.

Beim Verfüllen der alten Bodenhülsen im Fußboden seien die Arbeiter stutzig geworden, erzählt Wienke. Mehrere tiefe Risse zogen sich durch die Betonplatte, die – wie sich anschließend herausstellte – nach heutigen Maßstäben gar keine ist. Diagonal unter der Sporthalle, in zwei Meter Tiefe, soll früher ein Bach verlaufen sein.

Als die Bauarbeiten anstanden, wurde der einfach mit Lehm verfüllt. „Der alte Bachlauf führte früher unter der Halle lang, das Wasser musste sich dann einen anderen Weg suchen. Je nach Witterung quillt jetzt der Boden auf“, erklärt Freimann.

Um das Nässeproblem in den Griff zu bekommen, muss der Turnhallenboden jetzt von einer heimischen Firma 15 bis 20 Zentimeter tief ausgegraben werden. Dann wird ein Kies-Sand-Gemisch aufgebracht, das mit einer Folie bedeckt wird. Darauf kommt eine Stahl-Beton-Platte und schließlich der neue Schwingboden.Auch wenn es durch die Mehrarbeit zu deutlichen Verzögerungen kommt: Wienke rechnet mit einer Übergabe bis Ende August.

Alle Nutzer seien informiert worden und hätten verständnisvoll reagiert – Hauptsache, die sportlichen Höhenflüge in Holtensen haben künftig nichts mehr mit dem welligen Untergrund zu tun.

Und: Die Vereine machen derzeit Sommerpause und würden die Halle nicht nutzen. Einen Aufschrei gab es nicht: „Schließlich wissen sie, dass sie hinterher eine top Halle bekommen.“

„Die Sportstätte wurde 1957 gebaut, seitdem wurde an dem Boden nichts gemacht, kein Mensch hat so alten Fußboden zu Hause“, betont Freimann. Außerdem werde der Boden von den zahlreichen Sportlern stark beansprucht. „Den ganzen Tag über ist die Halle ausgebucht.“ Niemand hätte wissen können, wie es unter den Dielen aussah.

„Wenn wir das jetzt einmal anfassen, haben wir für die nächsten 60 Jahre Ruhe.“

mari/sah



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