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Traditionelle Drückjagd unter erschwerten Bedingungen / Mehr als 150 Ehrengäste im Deister unterwegs

Trotz Sturmwarnung: Promis im Saupark auf der Pirsch

Springe (ric). Ständig hatte Forstamtsleiter Joachim Menzel in den vergangenen Stunden den Wetterbericht verfolgt: Sollte die traditionelle Staatsjagd wie im Vorjahr abgeblasen werden müssen? Damals war der Wald zu tief verschneit, jetzt drohte ein Sturm. „Wir haben lange geschwankt“, räumt Menzel ein. Doch dann entschloss sich der Hausherr zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium, den über 150 angemeldeten Prominenten nicht abzusagen – einen Notfallplan immer in der Hinterhand.

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„Wir können jederzeit alle Tore des Mauerparks öffnen und dann auf schnellstem Wege hinaus kommen“, sagte der Saupark-Chef. Rund 65 professionelle Jäger und Treiber wurden den Ehrengästen zur Seite gestellt, um eine sichere Drückjagd zu ermöglichen. Landwirtschaftsminister Gert Lindemann wies beim Treffen am Morgen darauf hin, dass die Hochsitze nach dem starken Wind eventuell beschädigt sein könnten.

Die Jagdleidenschaft des Ministers hatte sich in seinem Büro offenbar noch nicht genug herumgesprochen. Und so blieben ihm bei seinem ersten Auftritt in Springe nur wenige Minuten, bis er zum nächsten Termin – einem Treffen zur Elbvertiefung – vom Jagdschloss abreisen musste. Menzel erklärte den Hobbyjägern, die allesamt mit roter Weste und rotem Hutband ausgestattet sein mussten, bei welchem Wild sie anlegen dürfen und welches es zu schonen gelte. Der Mauerpark im Kleinen Deister beherbergt auf 1600 Hektar die Schalenwildarten Dam-, Muffel- und Schwarzwild sowie vereinzelt Rehe. Menzel schärfte allen ein, nicht auf Horizonte, sondern stets von oben nach unten zu schießen.

In kleinen Gruppen zogen die Promis und die Profis dann gemeinsam los, das bunte Treiben begann um 10 Uhr. Mittags sollten die Teilnehmer das erste Mal zur stärkenden Suppe bei den Wolfsbuchen zusammenkommen. Für den abendlichen Ausklang im Marstall, vor dem die Strecke ausgelegt wurde, hatte sich Ministerpräsident David McAllister angekündigt. Ebenso wie sein Vorgänger Christian Wulff ist der amtierende Ministerpräsident nämlich selbst kein Jäger.

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