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Geplanter Verkauf verursacht Widerstand

Treppenstreit: Anwohner wehren sich

Völksen. Die Wohngegend: einzigartig. Direkt am Berghang stehen teure Bungalows. Wer sich hier ein Haus leistet, braucht das nötige Kleingeld. Das will offenbar auch der Anlieger aufbringen, der sein Grundstück an der Glückaufstraße erweitern möchte. Doch das Vorhaben stößt auf Gegenwind – im Ort regt sich erbitterter Widerstand. Eine Unterschriftenliste kursiert.

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Autor:

Markus Richter

Es könnte voll werden am kommenden Dienstag in der Grundschul-Aula. Zahlreiche Anwohner haben angekündigt, dort ihrem Ärger Luft zu machen und dem Ortsrat bei seiner Sitzung das Problem vor Augen zu führen: „Viele Bewohner, vor allem die Anlieger, sind entsetzt“, sagt etwa Inge Sörensen, die in der Nähe wohnt. Der Reiz der Glückaufstraße bestehe insbesondere darin, „dass nicht nur die Anwohner, sondern alle Völksener den Weg nutzen können, um in der Freizeit Erholung im nahen Wald zu finden“.

Der private Kaufinteressent, der vor nicht all zu langer Zeit zugezogen sei, verfolge lediglich die Absicht, dass niemand mehr an seinem Haus entlang geht. Ein Umstand, der Sörensen mächtig erstaunt – schließlich habe man bis zum Bekanntwerden des Plans eine gute Nachbarschaft gepflegt. „Wird hier nun Monopoly gespielt?“, fragt die Völksenerin. Und weiter: „Darf sich dann jeder eine Straße aussuchen, wenn er genügend Spielgeld hat?“ Alle anderen müssten Umwege in Kauf nehmen – „das finde ich egoistisch“. Im Ort gehe bereits eine Unterschriftenliste um, auf der aktuell über 30 Einwohner unterschrieben haben, die sich gegen das Vorhaben solidarisieren.

Die Stadtverwaltung hat indes keine Bedenken, zumindest laut ihrer Vorlage. Im Falle eines positiven Ortsratsvotums will sie das Flurstück abgeben. Im Rathaus wird auf einen weiteren Weg verwiesen, der nur 50 bis 70 Meter entfernt am Ende der Bergmannstraße liegt. Den solle auch weiterhin jeder Spaziergänger nutzen können.

Ortsbürgermeisterin Sigrid Hachmeister erinnert jedoch an den schlechten Zustand dieser zweiten Treppe an der Bergmannstraße: „Der Weg müsste erst hergerichtet werden.“ Er ist stark zugewachsen, zudem sind einige Stufen porös. Hachmeister sagt, der Ortsrat habe bei einem Ortstermin mit dem Kaufinteressenten gesprochen und auch im Vorfeld mehrfach telefoniert. Zudem erreichten sie viele Anfragen von Gegnern des Vorhabens. „Wir werden das genau abwägen und bei der Sitzung diskutieren.“



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