weather-image
22°

Travestieshow mit schrillem Programm

Olivia Jones kann nicht. Die Kiez-Königin ist im Sommerhalbjahr ausgebucht, bedauert Enno König. Für seine große Travestieshow am 13. August auf der Wiese hinter dem Jagdschloss hat er einen Ersatz gefunden, den er ebenfalls als „Topstar“ beschreibt.

270_0900_6575_Wildhandel_Koenig_Collage.jpg

Autor:

VON MARITA SCHEFFLER

SPRINGE. Olivia Jones kann nicht. Die Kiez-Königin ist im Sommerhalbjahr an jedem Wochenende ausgebucht, bedauert Enno König. Für seine große Travestieshow am 13. August auf der Wiese hinter dem Jagdschloss hat er einen Ersatz gefunden, den er ebenfalls als „Topstar“ beschreibt. Seinen Gästen verspricht er ein schön schrilles Programm – erstmals im 800 Quadratmeter großen Festzelt.

Direkt nach seiner Travestie-Premiere im Sommer vergangenen Jahres klopfte der Geschäftsführer des Wildhandels und Partyservices am Jagdschloss bei Dragqueen Olivia Jones an. Zu gern hätte König den gebürtigen Deisterstädter Oliver Knöbel für ein Heimspiel gewonnen. „Wir haben zweimal miteinander gesprochen“, erinnert sich König. Sehr nett sei’s gewesen. Er bleibt deshalb hoffnungsvoll: „Das Thema ist noch nicht gestorben. Mein Wunsch bleibt, dass das irgendwann klappt.“

An dem Wochenende 13. und 14. August soll es auf dem Gelände neben dem Jagdschloss-Biergarten richtig hoch hergehen. Als Einheizer für Sonnabend hat König die beliebte Partyband „Dick & Durstig“ verpflichtet. Die Show des Abends werden die Travestie-Ikonie Elke Winter und ihre Freundinnen Ikenna, Cazal und Miss Chantel gestalten. Elke Winter gehört zu den Top 5 der deutschen Travestie-Branche.

Für Sonntag plant König einen Familientag mit Kinderprogramm. Mittags können die Besucher einen kalt-warmen Brunch genießen, anschließend beginnt das Platzkonzert der Alvesroder Deistermusikanten. Der Erlös dieses Familientages ist für die Jugendfeuerwehr Springe, die Handballfreunde-Jugend sowie den Nachwuchs der Deistermusikanten bestimmt.

Auf ein Zelt weicht König aus zwei Gründen aus. Erstens spielte bei der ersten Travestie-Show mit anschließender Serenade das Wetter nicht mit. Zweitens sei es für seine Mitarbeiter mit zunehmender Dämmerung schwierig geworden, die Gäste sicher zu bewirten. Auch für die Besucher werde die Situation jetzt deutlich komfortabler sein.

Karten: Tickets für die Travestie-Show inklusive dem Tanzabend mit „Dick & Durstig“ kosten 30 Euro. Die Party beginnt am Sonnabend, 13. August, um 19 Uhr. Einlass ist bereits ab 16 Uhr.

Karten für den Brunch am Sonntag, 14. August, von 11.30 bis 13 Uhr sind für 19 Euro erhältlich. Wer nur das Platzkonzert der Deistermusikanten ab 14.30 Uhr verfolgen möchte, zahlt 5 Euro Eintritt. Vorverkauf und Bestellung: 05041/ 640445 sowie wildhandel-koenig@web.de.

 

Vom Förster zum Koch und Wildhändler: Enno König ist im Solling aufgewachsen, ging schon früh mit den benachbarten Förstern zur Jagd und machte dann eine Ausbildung zum Forstwirt. Weil die Stellen knapp waren, beschloss er, sich seiner zweiten großen Leidenschaft zu widmen – dem Kochen.

14 Jahre lang arbeitete König in einem Restaurant, nebenbei machte er sich als Wildhändler selbstständig. Mittlerweile verkauft er pro Jahr 3000 bis 4000 Tiere. Dazu gehören Reh und Rotwild ebenso wie Muffelwild und Wildschweine.

Seine Ware bezieht König aus dem Deister, der Heide und dem Solling. Es handelt sich ausschließlich um Wildtiere. „Das macht das Fleisch so hochwertig“, sagt König. „Die Tiere fressen natürliches Futter und bekommen keine Medikamente – das ist fast wie Biofleisch.“

Seinen Wildhandel am Jagdschloss betreibt König seit 2002. Zum Unternehmen gehört auch ein Partyservice. Am liebsten, so sagt er über sich, greife er bis heute selbst zur Pfanne – auch bei Großveranstaltungen.

 

„Gegen Rechts“: Eine halbe Million Euro für Flüchtlinge – dieses Spendenziel setzte sich Enno König im Herbst vorigen Jahres. Er wollte ein gesamtes Veranstaltungsjahr unter dem Titel „Niedersachsen gegen Rechts“ organisieren.
Aus dem Plan ist nichts geworden. Er habe die Idee im Winter fallen lassen, als die Stimmung in der Bevölkerung kippte, die Flüchtlingszahlen deutlich zurückgingen und sich herauskristallisierte, dass das Springer Krankenhaus nicht zur Notunterkunft umgebaut wird, sagt König. „Wir hätten sehr viel Unterstützung gebraucht. Danach sah es nicht mehr aus“, bedauert König.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare