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Theaterprojekt: Springer Grundschüler gehen mit einem Bären auf Identitätssuche

SPRINGE. Der Bär ist sehr nett, er ist glücklich und hübsch – aber was macht seine Identität aus? Schauspielerin Noa Wessel hat die Geschichte des Bären, der sich auf die Suche nach sich selbst begibt, jetzt auf die Bühne der Grundschule am Ebersberg gebracht.

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Autor

Saskia Helmbrecht Redakteurin / Digitalkoordinatorin zur Autorenseite
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Ganz schön philosophisch kommt das Stück „Der Bär, der nicht da war“, nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Oren Lavie und Wolf Erlbruch daher. Der Bär zieht aus seiner Tasche einen Zettel, auf dem steht: „Bist du ich?“ Gute Frage, denkt er sich, und will genau das herausfinden. Auf seiner Suche begegnet er dem bequemen Bergrind, dem saumseligen Salamander oder dem trägen Schildkröten-Taxi. „Aber wer bin ich? Und welchen Weg soll ich gehen?“

Vieles ist und bleibt doppeldeutig

Große Fragen, die der Autor Oren Lavie in seiner poetischen Geschichte aufwirft. Noa Wessel vom „Theater zwischen den Dörfern“ hat sich der vieldeutigen Parabel über das Suchen und Finden dessen, was Identität ausmacht, angenommen. Dabei ist und bleibt vieles doppeldeutig. Vier Aufführungen hat sie in der Grundschule am Ebersberg für die vier Jahrgänge organisiert – und die Kinder mit Musik und Tanz in ihren Bann gezogen.

Viel brauchte Wessel dafür nicht. Die reduzierte Kulisse blieb überschaubar, wenig Action, wenig Buntes, wenig Überladenes. Wessel selbst war in Schwarz gekleidet, auf einer dunklen Bühne. Vielmehr ging es darum, die Fantasie der Kinder herauszufordern, ihnen die Bilder praktisch in die Köpfe zu zaubern. „Bereits im vergangenen Jahr war der Besuch angedacht, wegen Corona ging es aber nicht“, sagt Lehrerin Maja Vogt.

„Wie kann man so viel Text auswendig lernen?“

Jetzt konnte Wessel zusammen mit ihrem Mann Fabian, der sich vor Ort um die Technik kümmerte, aber endlich nach Springe kommen. Das Buch sei bereits vor der Aufführung in den Klassen gelesen worden. Nach der Aufführung hatten die Kinder die Möglichkeit, Fragen zu stellen: Wie kann eine Schauspielerin so viel Text auswendig lernen? Und wie kann sie so viele verschiedene Stimmen nachahmen? Mitfinanziert wurde der Besuch der Schauspielerin vom Grundschul-Förderverein, der einige Kosten übernommen hat, bedankt sich Vogt.

Das Ensemble lebt und arbeitet seit 2004 im ehemaligen Schullandheim zwischen den Dörfern Bredenbeck und Steinkrug. Seitdem gibt es jedes Jahr eine Neuinszenierung für Kinder, Jugendliche und Familien mit einer kleinen Spielserie im eigenen Haus. Für Gastspiele kommen die Mitglieder auch regelmäßig in Schulen, Kitas oder Kultur- oder Jugendzentren.

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