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Hohe Benzinpreise schlagen sich in den Bilanzen nieder / DRK hat auf Gas umgerüstet

Teurer Sprit: Firmen zahlen kräftig drauf

Springe. Jeder Autofahrer ärgert sich darüber: Der Spritpreis an den Tankstellen ist in den vergangenen Wochen kontinuierlich angestiegen und bewegt sich jetzt auf hohem Niveau – obwohl oder gerade damit die Mineralölkonzerne satte Gewinne einfahren. Das schmerzt nicht nur den Privatmann, sondern bereitet auch einigen Unternehmen in Springe Probleme. Kreativität ist gefragt.

Sascha Jacob vom DRK-Transportdienst tankt auf dem Hof der Organisation Flüssiggas. In Springe hat das Rote Kreuz wegen der Spri

Autor:

Markus Richter

Dass Veränderungen notwendig sind, hat das Deutsche Rote Kreuz längst gemerkt – und darauf mit der Umstellung auf Flüssiggas reagiert. An keinem anderen Standort in der Region Hannover lägen die Betriebskosten der Fahrzeuge so hoch wie in Springe, sagt Rettungsdienstgeschäftsführer Hans-Joachim Werhahn. Von der Eldagsener Straße aus starten nicht nur die Fahrten zur Krankenbeförderung und Notfallhilfe, sondern auch die des Blutkonserveneildienstes zu weit entfernten Zielen. „Für uns sind die Preise alles andere als ein kleiner Posten“, macht Werhahn deutlich – schließlich ist ein Wagen durchschnittlich 10 000 Kilometer pro Monat unterwegs.

Flüssiggas kostet zurzeit nur 65 Cent pro Liter und sei fast genauso effektiv wie Super, so Werhahn. Allerdings: Während Pkw und Transporter umgerüstet wurden, seien größere Nutzfahrzeuge nur mit Diesel wirtschaftlich zu betreiben, bedauert der Geschäftsführer. Das betrifft dann neben dem Rettungsdienst auch die Bereitschaft.

„Wenig Möglichkeiten zu reagieren“, sieht Regiobus in Eldagsen. Gesamtbetriebsleiter Ingo Schmidt berichtet, dass seine Fahrer regelmäßig beim ADAC an Eco-Trainings teilnehmen. Allerdings: Alle Busse sind Dieselfahrzeuge mit Automatikgetriebe. „Da kann man nur mit vorausschauender Fahrweise sparen“, weiß Schmidt. Hohe Benzinpreise spürt der Kunde immer dann, wenn der Tarif im Verbund des Großraumverkehrs Hannover angepasst wird. Dann machen sich die Energiekosten bemerkbar.

Besonders hart trifft es kleine und mittelgroße Firmen: „Ich motiviere mich jede Woche aufs Neue“, berichtet Taxiunternehmer Marc Sandelmann, der massiv mit dem dramatischen Kostenanstieg zu kämpfen hat. Noch vor vier bis fünf Monaten lag der Preis pro Liter um die 20 Cent niedriger, erinnert sich der Springer. Auf seine Kunden umwälzen will er die gestiegenen Kosten allerdings nicht: „Das würde nicht jeder verstehen und vielleicht auf die eine oder andere Fahrt verzichten.“ Sandelmanns kleiner Fuhrpark besteht aus einem Taxi und drei Mietwagen. Beim Taxi ist er an einen festen Tarif gebunden, beim Mietwagen nicht – auf unterschiedliche Preise verzichtet er trotzdem.

Am Jahresende wird sich indes zeigen, ob die Kalkulation beim städtischen Betriebshof aufgegangen ist. Zwar seien Spritkostensteigerungen im Etat berücksichtigt worden, dennoch räumt Leiter Wilfried Meyer ein: „Mit dieser Höhe hat wohl keiner gerechnet.“ Bei einer ersten Halbzeitbilanz habe er jedoch festgestellt, dass sich die Ausgaben noch im Rahmen bewegen, sagt Meyer. Durch den Einkauf in größeren Mengen würde die Stadt immerhin ein paar Euro für ihre Flotte sparen.



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