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Archäologische Funde in Eldagsen: Stadt kalkuliert mit 110 000 Euro Mehrkosten

Teure Stadtgeschichte

Eldagsen. Es kommt wie befürchtet: Die Umgestaltung des Eldagser Marktplatzes wird die Stadt erheblich mehr Geld kosten als ursprünglich gedacht. Für die Bewältigung der archäologischen Aufgaben sollen 110 000 Euro mehr bereitgestellt werden.

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Autor:

VOn Markus Richter

Die Entdeckung von über 30 zum Teil mehrere Jahrhunderte alten Skeletten, Grabbeigaben, vier Grüften und Fragmenten früherer Siedlungsstrukturen im Umfeld der St-Alexandri-Kirche seien „in dieser Größenordnung nicht vorhersehbar gewesen“, teilt die Verwaltung mit. Ebenso die sich daraus ergebenden „Unwägbarkeiten der Tragfähigkeit des Untergrundes“ würden zu erheblichen Mehrkosten führen. Noch könne nicht abschließend kalkuliert werden, fest steht aber wohl, dass allein für die archäologische Baubegleitung 50 000 Euro zusätzlich ausgegeben werden müssen. Die Stadt ist nach dem Denkmalschutzgesetz in der Pflicht, diese Aufgabe als „Verursacher“ zu übernehmen, sagte Friedrich-Wilhelm Wulf vom Landesamt für Denkmalpflege in Hannover.

Das Planungsamt wird sich um Fördergelder von Bund und Land bemühen. „Wir werden einen entsprechenden Antrag stellen“, sagte gestern Fachdienstleiterin Susan Demelius. Rund zwei Drittel würden dann bezuschusst. Abgewartet werden müsse allerdings der Abschluss der Arbeiten. Demelius sagt, eine Baustelle habe „immer etwas Unvorhergesehenes“.

Darüber hinaus bedeuten die archäologischen Grabungsarbeiten aber auch für die Landschafts- und Gartenbaufirma Mehrkosten aufgrund von Behinderungen im Ablauf, Veränderungen im Unterbau – ein sogenanntes Geotextil müsse eingebaut werden – und Mehraufwand durch den notwendigen Ausbau der Funde. „Die hierdurch bisher beziffer- und schätzbaren Mehrkosten liegen bei circa 77 000 Euro“, heißt es. Möglicherweise sind auch Umplanungen des Platzausbaus erforderlich, wofür nach derzeitigem Stand weitere 40 000 Euro als Reserve veranschlagt werden sollen. Bisher liegt der Notgroschen bei 57 000 Euro – zu wenig, um alles auffangen zu können. Unterm Strich seien somit 110 000 Euro zusätzlich bereitzustellen, um die Baumaßnahme ordnungsgemäß abzuwickeln.

Die Politik soll die Zusatzkosten absegnen. Beraten wird zunächst öffentlich im Ortsrat Eldagsen und Mittelrode am 25. April sowie im Planungs- und Umweltausschuss am 30. April. Der Beschluss fällt letztlich im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss am 16. Mai.



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