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Kraftwerk steht still, Stadt verplempert Energie – und bemüht sich um Schadensbegrenzung

Technik im Hallenbad wird zum Sorgenkind

Springe. Mehrverbräuche beim Abwasser, höhere Kosten bei der Gebäudereinigung und vor allem die Entwicklung der Hallenbad-Technik geben Anlass zur Sorge: Erst jetzt wurde bekannt, dass das Blockheizkraftwerk (BHKW) der Freizeiteinrichtung seit über einem Jahr still steht und dass die Stadt stattdessen kostspielig Energie einkauft. Auf Fehlersuche ist die Verwaltung nun auch in anderen Bereichen – selbst im eigenen Haus.

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Autor:

Markus Richter

Während auf der einen Seite gespart werden muss, was das Zeug hält, haben nach Ansicht der Bündnis-Grünen „interne Kontrollinstanzen nicht gegriffen“. Die Fraktion um Elke Thielmann-Dittert fordert nun Aufklärung. Es könne nicht sein, dass Mehrverbräuche im Bereich Abwassergebühren in Höhe von 30 Prozent erst in der Jahresabrechnung auffallen. „Monatliche Ablesungen aller Verbräuche und knappe Überprüfung auf Schlüssigkeit sollten selbstverständlich sein.“ Es reiche schon, genau hinzugucken, heißt es in einem Papier der Grünen an Bürgermeister Jörg-Roger Hische.

Die Stadt scheint nun um Schadensbegrenzung bemüht. Der Mehrbedarf beläuft sich insgesamt auf 283 000 Euro: 51 000 Euro zusätzlich für Abwasser, 24 000 Euro für Gebäudereinigung, der Großteil jedoch fürs Hallenbad. Das dortige BHKW ging erst kaputt, lief dann unwirtschaftlich und wird nun seit einem Jahr nicht mehr mit Pflanzenöl beliefert. Zwischenzeitlich sei eine Umrüstung auf Biomethan angedacht gewesen, erklärt der Erste Stadtrat Hermann Aden. „Jetzt steht die Anlage länger still, als uns lieb ist.“ Stattdessen muss für viel Geld teures Erdgas eingekauft werden. Zwar müsse der Betreiber des BHKW (die „Beta GmbH“ aus Hannover), 25 000 Euro Strafe für die Nichteinhaltung des Vertrags zahlen, das decke jedoch nicht die zusätzlichen Erdgaskosten, räumt Aden ein. „Wir wollen das BHKW als Stadt nicht übernehmen“, sagt er.

Ärgerlich auch, dass die mit erheblichem Aufwand betriebene Erneuerung der Klima- und Lüftungstechnik immer noch nicht den gewünschten Effekt langfristiger Einsparung bringt, schlimmer noch: Sie kostet sogar zusätzliches Geld. Denn plötzlich ist der Stromverbrauch gestiegen. Die Fehlersuche wiederum sei „komplex“, sagt Aden. Geprüft wird, ob es an einer Pumpe liegt. Nur wenn es sich um ein neues Bauteil und nicht um den alten Bestand handelt, besteht die Möglichkeit, die ausführende Firma wegen Bau- oder Planungsfehler in Regress zu nehmen. Befürchtet werden darf zudem, dass weitere ungeplante Mehrkosten auf die Stadt zukommen. Wenn in diesen Tagen nach der Grundreinigung das Wasser wieder durch die Rohre in die Becken läuft, kann nicht ausgeschlossen werden, dass das eine oder andere Leck sichtbar wird.

Nach Missständen sucht die Verwaltung auch in einer anderen Liegenschaft: In dem Gebäude sei erheblich mehr Abwasser angelaufen. „Wir werden in Zukunft genauer hinsehen“, versichert Aden.

Um die ungeplanten Mehrkosten zu decken, wird Geld aus dem Bereich Hochbau abgezwackt. Die 150 000 Euro aus allgemeiner Bauunterhaltung wurden frei, weil nicht alle Vorhaben abgearbeitet wurden. Fest steht: Im kommenden Jahr wird dieses Geld fehlen.



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