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Taternpfahl bald zurück im Deister

SPRINGE. Sie waren nicht gerne gesehen in der Stadt. Sinti und Roma mussten drei Tage am Taternpfahl warten, bis sie sich in Begleitung eines Reiters auf den Weg zum Tivoli machen und dort Kesselflicken oder Wahrsagen durften.

Der neue und der alte Taternpfahl: Stadtförster Bernd Gallas (großes Bild, von links), „Holz und Technic“-Geschäftsführer Matthias Herbst und Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich schauen sich den gefrästen Eichenbalken an. Malermeister Karl-Heinz F
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Ein Platz im Deister erinnert bis heute an die Vorschrift, die ab dem Jahr 1635 für die dortige Grenze zwischen dem Amt Wennigsen und Springe galt.

Gut zwei Jahre ist es her, dass Stadtförster Bernd Gallas der alte Taternpfahl übergeben wurde. Das Eichenholz war morsch und verwittert. „Meine Mitarbeiter haben versucht, die Farbe abzuschleifen und ihn zu renovieren. Aber wir mussten feststellen: Da lässt sich nichts mehr retten“, erinnert sich Gallas.

Ende August soll das neue „Denkmal“ wieder eingeweiht werden. Dass der Taternplatz unter dem Kammweg zwischenzeitlich so lange ohne Hinweis auskommen musste, sei nicht geplant gewesen, sagt Gallas. Der erste Robinien-Stamm, der für die Aufgabe vorgesehen war, riss. „Dann haben wir es mit Eiche versucht.“

Der Stamm musste mehrere Monate trocknen. Dann wurde er von Bauhof-Tischler Michael Robrecht in Form geschnitten. In das 1,90 Meter lange und 6 Zentimeter dicke Brett hat die Firma „Holz und Technic“ mit einer 5-Achs-CNC-Maschine die Buchstaben gefräst. Freitag Morgen begutachteten Stadtförster Bernd Gallas und Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich zusammen mit „Holz und Technic“-Geschäftsführer Matthias Herbst das Ergebnis und brachten den Pfahl anschließend zu dem Malermeister Karl-Heinz Fischbeck.

Die entscheidende Frage auf Fischbecks Hof an der Schulstraße: In welchen Farben sollen die Lettern, der Hintergrund und der Rahmen gestrichen werden? Fischbeck hatte Proben vorbereitet und riet zu Mut. „Lustig ist das Zigeunerleben“, heiße es schließlich in einem alten Volkslied: „Es darf also gerne bunt werden“.

Nach einer kurzen Beratung waren sich Friedrich und Gallas einig: Die Schrift und der Rand werden rot, der Hintergrund grün. Fischbeck wird mehrere Stunden mit dem Wegweiser beschäftigt sein: Das Holz muss erst grundiert und dann zweimal gestrichen werden.

Auch das handbemalte Blechschild am Taternplatz, das über die Geschichte der Stelle informiert, soll erneuert werden. Ob sich die Arbeit noch bis zur Enthüllung des neuen Pfahles in etwa einem Monat erledigen lässt, mag Gallas noch nicht versprechen. Damit der Balken wieder Jahrzehnte hält (den Vorgänger hatte 1962 Helmut Benna geschnitzt), soll die Oberseite mit einem kleinen Dach geschützt werden. Auch das muss noch maßgefertigt werden.



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