weather-image
„Hammerling“ faszinieren mit skurrilen Ideen und neuen Heimatklängen auf dem Hermannshof

Taschentrompete und verkehrter Gong

Völksen (rkr). Sie zeigten sich als Meister der leisen Heimatklänge – die Mitglieder des Duos „Hammerling“. Gut 120 Zuhörer fanden sich jetzt auf den Sitzplätzen der Open-Air-Bühne auf dem Hermannshof ein, um ein Konzert der besonderen Art zu genießen.

270_008_5765584_DSCF1380.jpg

Der Hausherr Eckhart Liss begrüßte die Gäste in seiner fröhlichen Art und stimmte auf die besondere Vorstellung von Fritz Moßhammer und Erwin Rehling ein. Moßhammer und Liss kennen sich seit der Expo 2000, und endlich, so der Hermannshof-Chef, sei es ihm gelungen, das Duo nach Völksen zu locken. Die beiden Musiker arbeiten bereits seit zwölf Jahren zusammen und gaben 2002 ihrer Formation den Namen „Hammerling“. Während ihres Konzerts auf dem Hermannshof wurden sie von Franz Wechsler am Akkordeon unterstützt.

Mit kleinen Glöckchentönen vom westlichen Hang, kurzen Tonstößen aus der Taschentrompete oberhalb, sowie feinen Akkordeonklängen östlich der Tribüne begann diese einzigartige, 60-minütige Klangillusion. Auch die auf der Freilichtbühne vorhandenen Stelen wurden in das Konzerterlebnis mit einbezogen. Rehling schabte mit den Glocken an den Stahlwänden und erzeugte „glöckliche“ Geräusche.

Während Wechsler durchgehend auf dem Akkordeon mit leisen Tönen den musikalischen Hintergrund bildete, wechselten Moßhammer und Rehling immer wieder ihre Instrumente. Einen Klanghauch entlockte Rehling dem Bassmarimba, während Moßhammer sich mit der Maultrommel in das Sound-Geflecht einbrachte.

Das Schlagzeug, sonst für kräftige Rhythmen zuständig, wurde von Rehling – teilweise nur mit den Fingerspitzen – gestreichelt. Der Schellenbaum war hier mehr Staffage, als dass man die darauf zu erzielenden Töne wahrnahm.

Einen Gong verkehrt herum – das heißt, den Gong gegen den Schlägel zu pendeln, das ist auch ein Stück Einfallsreichtum, den man nur selten erlebt. Ständige Instrumentenwechsel, Spielwitz und Freude am Experimentieren gehören zu der skurril-verrückten Darstellung dieses Trios.

Moßhammer beherrscht viele Instrumente und verzauberte die Anwesenden mit einer Fujara. Das ist ein slowakisches Hirteninstrument; es gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Ganz langsam und leise wechselte er zum Alphorn – ein Musikinstrument, dessen klangvollen, satten Töne jeden Alpenbesucher erfreuen. Nicht so allerdings bei Moßhammer: Hier fühlten sich die Zuhörer bei einem Gewittergrollen in den Bergen wieder, und auch das leise Prasseln des Regens war zu vernehmen.

Zum Schluss wurde es doch wieder etwas lauter, denn Moßhammer bestieg einen hölzernen Turm und blies auf einem Flügelhorn von oben herab in das weite Rund dieser Open-Air-Bühne.

Tosender Beifall am Ende dieser mit Leidenschaft, Hingabe und Freude am musikalischen Experiment vorgetragenen Darbietung war der Lohn für dieses Klangerlebnis der besonderen Art.



Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt