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SV Hubertus beschließt Auflösung

BENNIGSEN. Die Mitglieder des Schützenvereins Hubertus Bennigsen haben die Auflösung ihres Vereins beschlossen. 67 Jahre lang war die Gruppe Teil des kulturellen Lebens in Bennigsen. Bereits auf der Jahreshauptversammlung im Januar war die Auflösung vorbereitet worden.

Haben die Auflösung beschlossen: Andrea Felske (von links), Jürgen Meißner, Anne Lohe, Lutz Ulrich und Lothar Feddersen. Oben ist eine Mitgliedskarte aus dem Gründungsjahr zu sehen. FOTOS: VEREIN/BÄHRE

Autor

Heinz Bähre Reporter

Als Grund für das Aus führt der Verein den Verlust der Vereinsräume, aber auch den demografischen Wandel ins Feld: „Trotz aller Bemühungen“ habe man „zu keiner Verjüngung des Vereins“ kommen können, so dass „in naher Zukunft kein funktionierender Vorstand mehr gebildet werden kann“.

Bei der Jahreshauptversammlung im Januar war unter anderem die erforderliche Teilnehmerzahl in der Satzung geändert worden, um das Aus formell beschließen zu können. Bei einer Enthaltung wurde der SV aufgelöst, Stichtag wird der 1. Oktober sein.

Nachdenkliche Gesichter waren in der Runde auszumachen. Vieles war in den letzten Versammlungen noch besprochen worden, um das Ende abzuwenden. Aber eine Kooperation mit dem anderen Schützenverein im Ort, dem SSV Bennigsen, scheiterte auch nach 17 Jahren immer noch an Vorgängen bei Gründung des SSV – der hatte sich nämlich im Jahr 2001 von Hubertus abgespalten. Eine Mitnutzung des dortigen Vereinsheims nach der anstehenden Schließung der Hubertus-Vereinsgaststätte Schwägermann lag seit Monaten als Angebot auf dem Tisch, scheiterte aber letztendlich. Der Schießbetrieb bei Hubertus war schon länger zurückgefahren worden. Ende der 1980er Jahre gab es noch getrennte Schießabende für Damen und Herren. Eine damalige Initiative, ohne Geschlechtertrennung an einem gemeinsamen Abend zu schießen, scheiterte. Die Beteiligung am Schießbetrieb nahm nach und nach ab.

Eine Gruppe von rund 35 jüngeren Mitgliedern gründete schließlich den SSV. Die älteren bei Hubertus verbliebenen versuchten, den Verein fortzuführen. Am Ende trafen sich aber wöchentlich nur noch etwa fünf Personen zum Schießen – und das steigende Durchschnittsalter der Mitglieder ließ auch die Beteiligung an den anderen Veranstaltungen zurückgehen. Eine Weiterführung ohne Schießsport auf der Basis „Geselligkeit und Pflege des Brauchtums Schießen“ wäre statt der Auflösung möglich gewesen, aber dafür stand der letzte amtierende Vorstand nicht zur Verfügung – und neue Freiwillige fanden sich auch nicht.

Zu Liquidatoren wurden die Mitglieder des bisherigen Vorstandes eingesetzt. Sie müssen nun das verbliebene Vermögen des Vereins verwerten. Dazu zählen Waffen, Schießstände und mehr. Die Vereinsfahne erhält das Museum in Springe. Die Jugendfahne geht an Ehrenmitglied Herbert Hüttig. Er war bereits bei der Gründung 1951 als Jugendlicher dabei und hatte dem Verein immer die Treue gehalten.

Verhaltene Freude über die Folgen der Auflösung wird wohl anderswo aufkommen. Die Bennigser Kindertagesstätten und die Bäder-GmbH erhalten nach einer letzten Satzungsänderung das Vereinsvermögen zu gleichen Teilen. Je nach erfolgreicher Arbeit der Liquidatoren könnte dabei ein Betrag von bis zu 10 000 Euro zur Verteilung anstehen. Wie schwer das Ende fiel, zeigte sich nach der offiziellen Tagesordnung. Ein lockerer „Freundeskreis Hubertus“ will sich zumindest zu den ehemaligen geselligen Terminen weiter Treffen.



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