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Pläne für großen Neubau am Bennigser Ortsrand werden konkreter / Gegner formieren sich

Supermarkt? Nein, danke!

Bennigsen. Ein Investor will einen Supermarkt neben dem Freibad bauen – und stößt damit bei Politik und Stadt auf argen Widerstand. Weil in den Neubau sowohl der Rewe als auch der Rewe-Getränkemarkt aus der Ortsmitte einziehen könnte, fürchtet man nicht nur das Ausbluten des Zentrums, sondern auch die Belastung des Landschaftsschutzgebietes rund um das Regenrückhaltebecken.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Am Donnerstagabend saßen sie in kleiner Runde im Haus von Bennigsens Bürgermeister Hartmut Rieck zusammen: Neben dem Gastgeber waren auch die CDU-Ratsmitglieder Christoph Rohr und Hannelore Hische anwesend – sowie weitere Parteimitglieder. Sie alle waren gekommen, um einem Mitarbeiter des Investors zu lauschen; einer Firma aus Gilten, etwa 50 Kilometer nördlich von Hannover.

Dort hatte man Kontakt aufgenommen zu Rewe und für einen Neubau geworben. Auf Anfrage wollte sich beim Investor gestern niemand äußern; bei Rewe hieß es: „Derzeit bestehen bei uns keine Planungen für einen Umzug.“ Fest steht jedoch, dass die Supermarkt-Kette am aktuellen Standort nicht ganz glücklich ist: Zu eng ist es dort. Fakt ist aber auch: So richtig scheint niemand den neuen Supermarkt mit seinen 1500 Quadratmetern und den 102 Parkplätzen zu wollen. Zwar sei die Meinungsbildung innerhalb der CDU noch nicht abgeschlossen, sagt Bürgermeister Rieck: „Die Planungen stoßen aber auf ganz erhebliche Bedenken.“

Neben dem befürchteten größeren Leerstand in Dorfkern fürchtet man auch die größere Verkaufsfläche und Produktpalette des neuen Marktes: Auch so könne der bestehende Einzelhandel in Bennigsen gefährdet werden. Für die jetzigen Rewe-Standorte spräche außerdem die gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr, glaubt Rieck: „An den Ortsrand müssten wieder mehr Leute mit dem Auto fahren, das belastet die Ökobilanz.“

Und dann ist da noch die Sache mit dem Landschaftsschutzgebiet, das direkt am geplanten Baustandort beginnt und sich von dort hauptsächlich in westliche Richtung erstreckt. Eine entsprechende Flächennutzungsänderung müsste vom Rat, aber auch von der Region, abgesegnet werden. „Und ich glaube nicht, dass wir das dort durchbekommen“, sagt Rieck. Er erinnert sich noch an ähnliche Diskussionen beim Neubau von Octapharma in Springe, wo ein geplanter Bau im Schutzgebiet scheiterte.

Auch Stadt-Bürgermeister Jörg-Roger Hische zeigte sich gestern wenig erbaut von den Plänen. Er und Bau-Chef Hermann Aden seien sich einig, „dass das die falsche Entwicklung ist“. Der Investor sei bislang auch nur in Bennigsen „herumgelaufen“ und habe noch nicht mit der Verwaltung über seine Pläne geredet.

Als Alternativ-Standort schlugen CDU-Mitglieder dem Investor übrigens den Bennigser Festplatz vor. Laut Rieck will sich der Mitarbeiter das Gelände anschauen. „Der Standort ist auch zentral. Aber das Problem mit den Leerständen im Zentrum würde sich so nicht lösen lassen“, weiß der Ortsbürgermeister.



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