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Süntelbuchen erhöhen die Artenvielfalt

Springe.  Der Waldrand ist zwar nur der Rand des Waldes – ökologisch gesehen ist er aber so etwas wie seine Mitte: Die Artenvielfalt ist dort besonders groß. Die Landesforsten haben das erkannt.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Springe. Hic sunt leones – hier gibt es Löwen: Diesen lateinischen Satz haben die Zeichner der ersten Landkarten immer auf jene Gebiete geschrieben, die keiner so genau kannte. Weiße Flecken würde man dazu heute sagen. Die „Langfristige Ökologische Waldentwicklung“, kurz Löwe, ist für viele Springer ein solcher weißer Fleck.

Dabei bestimmen ihre Grundsätze die Arbeit der Landesforsten. Der Waldrand ist zwar nur der Rand des Waldes – ökologisch gesehen ist er aber so etwas wie seine Mitte: Die Artenvielfalt ist dort besonders groß. Die Landesforsten haben das erkannt. Und pflanzen deshalb in diesen Randbereichen besonders solche Arten, die die Vielfalt unterstützen. „Wir setzen dabei häufig auf seltene Büsche und Sträucher wie etwa den Schneeball, Feldahorn, Holunder, Weißdorn oder Hartriegel“, sagt Joachim Hansmann, der Pressesprecher des Forstamtes Saupark.

Diese Kombination bietet Lebensraum für zahlreiche Vögel, aber auch für viele Kleintiere. Und auch der Süntelbuche, der regionalen Baumart aus dem benachbarten Mittelgebirge, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Hansmann: „Das ist eine seltene Pflanze – und die wird bei uns besonders gefördert.“

Für Wanderer und Naturfreunde spielen die verwachsenen Pflanzen auf dem E1 Wanderweg vom Köllnischfeld Richtung Deisterpforte eine andere Rolle. Dort sind sie ein Blickfang: Am sogenannten Bestandsrand mit dem Hochwald auf der linken, der befestigten Straße in der Mitte stehen sie inmitten einer Gruppe von Büschen und Sträuchern. Ein hölzerner Rahmen, den die Landesforsten eigens für den Zweck gebaut haben, lenkt die Aufmerksamkeit der Wanderer auf die markanten Bäume. „So bietet der naturnahe Waldrand auch einen tollen Anblick für alle, die hier unterwegs sind“, meint Hansmann.

Zudem sollen die Büsche und Sträucher zusätzlichen Schutz vor Sturmschäden schaffen: „Weil der Aufwuchs niedriger ist, wird dem Wind die Kraft genommen.“ Ein solcher Waldrand, der auf diese Weise gestaltet ist, muss allerdings auch intensiv gepflegt werden.

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