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Studie: Neues Leben für den Alten Gehlenbach

ELDAGSEN. Der Alte Gehlenbach soll zu neuen Ehren kommen: Der zuständige Leineverband prüft mit einem Gutachten, ob das Gewässer wieder zur durchgängigen Verbindung zu Haller und Leine werden kann. Die Region fördert die Studie. In Eldagsen hofft man, so auch den Ort besser vor Hochwasser schützen zu können.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Auf Hinweistafeln unter dem Straßenschild „Am Gehlenbach“ kann man es bis heute nachlesen: Ende des 15. Jahrhunderts, heißt es da, sei der Gehlenbach nach Eldagsen umgeleitet worden, um Wasser für die Mühlen in den Ort zu spülen. Deshalb gibt es heute einen Alten Gehlenbach, der aus dem Osterwald kommend zur Holzmühle fließt. Dort zweigt der Neue Gehlenbach Richtung Eldagsen ab. Er mündet bei Hallerburg in die Haller. Das alte Gewässer führt als zumindest momentan meist recht trockener Graben Richtung Norden, wo es östlich von Alvesrode auf die Haller trifft. Die wiederum trägt das Wasser – theoretisch – aus dem Osterwald und dem Bereich Springe bis unterhalb der Marienburg, wo es in die Leine fließt.

Der Weg des Alten Gehlenbachs, den das Wasser schon vor hunderten Jahren nahm, soll nun wieder belebt werden: Der Leineverband, der sich im Auftrag der Stadt um die beiden Gewässer kümmert, gibt eine etwa 25 000 Euro teure Machbarkeitsstudie in Aufrag. Diese soll erforschen, zu welchen Bedingungen sich die sogenannte Durchgängigkeit des alten Baches wiederherstellen lässt. Man habe dabei vor allem den ökologischen Faktor im Sinn, sagt Verbandsingenieur Stephan Leiß. Also etwa: Wie können Lebewesen – die offenbar zahlreich dort vorhanden sind – aus dem Alten Gehlenbach über die Haller bis in die Leine gelangen?

Die Region Hannover spricht allgemein von der „Erhaltung und Wiederherstellung der natürlichen Dynamik, Struktur und Funktionsfähigkeit“ des Bachs . Sie fördert das Gutachten nach einem Beschluss der Politik zu 90 Prozent, mit etwa 22 500 Euro, als größten Posten eines 34 760 Euro großen Renaturierungs-Topfes.

Die Studie, heißt es bei der Region, werde „vermutlich frühestens im kommenden Jahr fertig sein“. Erst dann steht auch fest, ob und wie das Ziel erreicht werden kann. Zunächst wolle man sich nun über mögliche Maßnahmen, aber auch Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Projekt klar werden.

Grundsätzlich weise der Alten Gehlenbach „eine sehr gute Besiedlung der Bodenfauna auf“. Doch nicht nur an der Abzweigung von Altem und Neuem Gehlenbach, sondern auch an anderen Stellen – etwa unter der Landesstraße zwischen Eldagsen und Coppenbrügge – halten diverse Brücken- und Trennungsbauwerke Fische und andere Tiere auf, die so „nicht zur Haller abwandern“, so die Region.

In Eldagsen hofft man, nach einer möglichen Umgestaltung auch anderweitig profitieren zu können: Sollte der Neue Gehlenbach nach Starkregen wie in der Vergangenheit Hochwasser führen, könne man das Wasser, so die Überlegung, schon an der Holzmühe gezielt in den Alten Gehlenbach leiten und so verhindern, dass es im Ort zu Überschwemmungen kommt. Testweise habe das schon beim Hochwasser im vergangenen Jahr funktioniert, so Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Rohlf.

Bis mögliche Ergebnisse der Studie umgesetzt werden, gehen aber wohl noch Jahre ins Land. Denn die Belebung des Bachs funktioniert laut Leineverband nur, wenn eine der besagten Brücken an der Landesstraße nach Coppenbrügge neu gebaut wird. Die Straße soll zwar nächstes Jahr oberflächlich saniert werden. Ein Brücken-Neubau lohnt sich aber erst bei einer kompletten Sanierung – und bis dahin kann es noch dauern.



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