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Eon-Avacon und Stadtwerke einzige Bewerber / Entscheidung könnte nächstes Jahr schon fallen

Streithähne kämpfen auch ums Gasnetz

Springe (zett). Das ewige Duell zwischen Energieversorger Eon-Avacon und den Stadtwerken geht in eine neue Runde. Beide Unternehmen haben nach einer Ausschreibung der Stadt ihre Bewerbung abgegeben: Sie wollen ab 1. Juli 2014 das Springer Gasnetz betreiben. Weitere Interessenten gibt es laut Verwaltung nicht. Die Frist endete in der vergangenen Woche.

Springes Gasnetz – hier ein Zugang an der Fünfhausenstraße – wird ab 2014 neu vergeben. Bei der Stadt haben sich jet

Dass es am Ende nur zwei Bewerber geworden sind, wurmt den Ersten Stadtrat Hermann Aden ein bisschen: „Ich hätte mir auch mehr Resonanz gewünscht“, sagt er, „Wettbewerb belebt das Geschäft“. Doch Gas sei im Vergleich zum Strom der „weniger umkämpfte Markt“, es gebe nicht so viel Geld zu verdienen, weiß Aden.

Dass es sich bei den Bewerbern um Stadtwerke und Eon-Avacon handelt, wollte Aden gestern nicht bestätigen. Eine Stadtwerke-Sprecherin teilte auf Anfrage der NDZ jedoch mit, man habe „eine Interessenbekundung“ für das Gasnetz abgegeben. Weitere Angaben wollte sie mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht machen. Eon-Avacon, als aktueller Vertragspartner der Stadt quasi Titelverteidiger, habe ebenfalls seinen Hut in den Ring geworfen, so eine Sprecherin gestern.

Beide Firmen verbindet eine Vergangenheit voller juristischer und wirtschaftlicher Auseinandersetzungen – angefangen mit der Übernahme des Stromnetzes durch die Stadtwerke vor einigen Jahren. Nach wie vor steht man sich am Landgericht in Hannover gegenüber. Die meisten der Prozesse rühren noch vom Stromstreit her; es geht um Daten und Pachtzahlungen – trockener Stoff, der Unternehmen und Anwälte trotzdem elektrisiert.

Aber auch in Sachen Gas wird inzwischen prozessiert. Hier ist allerdings noch die Stadt, die die Mehrheit an den Stadtwerken hält, Prozessgegner von Eon-Avacon. Ähnlich wie beim Stromstreit geht es in erster Linie um die Herausgabe von Daten, mit denen der Wert des Gasnetzes bestimmt werden soll. Wie tief die Gräben zu sein scheinen, zeigt ein Zitat von Vize-Verwaltungschef Aden: „Momentan streiten wir uns darüber, welcher Gutachter bestellt wird.“ Das gerichtliche Gerangel kann dauern – und so scheint es aus Adens Sicht möglich, dass der Rat die Vergabe erst im Jahr 2013 beschließen kann.

Bis dahin will man den Unternehmen einen Forderungskatalog mit Bewertungskriterien vorlegen, anhand derer die Politik später entscheiden soll. „Es wäre nicht verkehrt, wenn wir es schon im kommenden Jahr hinbekommen“, sagt Aden.



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