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Streit ums „Mensch Meier“: Abschiedsfest fällt ins Wasser

SPRINGE. Statt der geplanten großen Party gab es zum Ende des „Mensch Meier“ den großen Knall: Das Abschiedsfest der Kultkneipe fiel am Wochenende ins Wasser, nachdem ein Streit zwischen Pächter und Eigentümer eskaliert war. Letzterer sucht nun möglichst schnell einen neuen Betreiber.

Foto: Mischer
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Wie berichtet sollte der Sonnabend der letzte Öffnungstag für das „Mensch Meier“ werden – nach 25 Jahren. Betreiber Dennis Schäffer wollte am Abend noch mal die Kneipe öffnen. Doch dazu kam es nicht. Nach NDZ-Recherchen gab es schon länger Streit zwischen Pächter Schäffer und Gebäude-Besitzer Peter Othmer – etwa wegen der Miete. Am Sonnabend eskalierte der Zwist dann: Nach Informationen dieser Zeitung wurde Othmer vom Bericht über das Aus und die geplante letzte Party in der NDZ eiskalt erwischt – und reagierte ungehalten. Er sperrte die Betreiber kurzerhand aus und ließ die Schlösser am „Mensch Meier“ wechseln.

Auf Anfrage erklärte Othmer, er habe in der Tat erst aus der NDZ von dem bevorstehenden Aus erfahren. Nun gehe es darum, zeitnah einen neuen Betreiber für die Gaststätte zu finden. „Ich möchte das zügig schaffen, damit die Kneipe nicht zu lange leer steht.“ Er habe bereits erste Gespräche geführt.

Bis zu einer Lösung fehlt das „Mensch Meier“ in jedem Fall als Teil der immer überschaubarer wirkenden Springer Kneipenszene. Profitiert die Konkurrenz? Kaum – glaubt zumindest Stefan Maus, Betreiber des Heinrich III am Marktplatz, nur wenige Meter Luftlinie entfernt vom „Meier“. Natürlich freue er sich auch über neue Gäste, sagt Maus. Doch viele Dinge, die regelmäßige „Meier“-Besucher dort schätzten, könne er im „Heinrich III“ gar nicht bieten: „Das geht bei den Öffnungszeiten los.“ Am Wochenende startet Maus schon um 10 Uhr den Betrieb: „Da will ich dann nicht noch bis spät in die Nacht öffnen.“ Auch der Musikgeschmack seiner Stammgäste, die etwa 90 Prozent der Besucher ausmachten, unterscheide sich doch deutlich von dem der jüngeren Generation.

Maus weiß auch, dass vereinzelt Gäste des „Mensch Meier“ nach Prügeleien zu später Stunde für Polizeieinsätze gesorgt hatten. Das will er bei sich nicht: „Es gibt nichts Schlimmeres als aggressive Stimmung in einer Kneipe“, schreibt Maus bei Facebook. Und: „Wir entscheiden, wer rein darf und wer nicht.“

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