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Stillgestanden

Springe. Wer über das neue Raumordnungsprogramm der Region redet, der redet meist über mögliche neue Windkraftflächen im Stadtgebiet. Doch es gibt einen weiteren Aspekt, der für Stirnrunzeln sorgt: Orte, die nicht günstig gelegen oder ausgestattet sind, dürfen noch weniger stark wachsen als bislang. Springe treffe das kaum, sagt die Region: Dort, wo die Grenzwerte gelten, herrsche ohnehin seit 2006 de facto Stillstand.

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Ähnlich wie die Stadt hat sich auch die Region für ihre Entwicklungspläne vier Ortsteile herausgepickt, die theoretisch unbegrenzt wachsen dürfen. Weil sich der Verkehr parallel zu den Wohnstandorten entwickeln soll, sind die Kernstadt, Völksen und Bennigsen als Ortsteile an der Schiene quasi gesetzt. Aber auch Eldagsen zählt zu den wichtigen Orten, obwohl es dort weder einen Bahnhof noch eine direkte Bundesstraßen-Anbindung gibt. Hier greift eine weitere Voraussetzung aus dem Raumordnungsprogramm: die gute Infrastruktur: Eldagsen verfügt über eine Grundschule, einen Kindergarten, einen breit aufgestellten Einzelhandel, mehrere Ärzte.

Also dürfen alle vier Orte weiter wachsen – so sehen es die Planungen auch im neuen Raumordnungsprogramm 2015 vor, das gerade entwickelt wird, weiter wachsen. Das bestätigte der zuständige Regionsdezernent Axel Priebs auf Anfrage.

Härter würde es demnach für alle anderen Ortsteile. Sie fallen unter die Kategorie „Eigenentwicklung“ und hätten sich von 2005 bis 2015 theoretisch nur um 5 Prozent ihrer Fläche vergrößern dürfen. Der Wert soll ab 2015 für die kommenden zehn Jahre noch einmal schrumpfen: Dann wäre für Gestorf, Altenhagen I und die anderen Dörfer theoretisch nur noch ein Wachstum von 3 Prozent erlaubt – „eine moderate Verschärfung“, findet Priebs. Denn bei einem möglichen Wachstum von 7 Prozent in Ausnahmefällen soll es bleiben.

Mit allen Werten bleibe man immer noch unter dem errechneten regionsweiten Durchschnitts-Wachstum kleiner Orte von 2,2 Prozent.

Vor allem im Springer Stadtgebiet ist man weit entfernt davon. Laut Priebs sind in den kleineren Ortsteilen „seit 2006 keine neuen Flächen in Anspruch genommen worden“. Soll heißen: Stillstand bei der Entwicklung – keine zusätzlichen Baugebiete, keine neuen Firmenansiedlungen auf unbebautem Boden. Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick in die Region: Insgesamt sei es in acht der 21 Städten und Gemeinden zu einer Verletzung der Fünf-Prozent-Kriterien gekommen, sagt Priebs.

Die Stadt Springe verfolgt schon seit einigen Jahren die Strategie, die Infrastruktur in den vier großen Ortsteilen gezielt zu bündeln und zu stärken. Manchmal grätscht allerdings die Politik dazwischen – etwa bei der abgeblockten Schließung der Kita Holtensen.zett



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