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Ehepaar erstattet Strafanzeige / Mediziner spricht von „unerklärlichem Defekt“ seines Telefons

Stalking-Vorwürfe gegen Arzt – Polizei ermittelt

Springe (mf). Die Polizei ermittelt gegen einen Springer Arzt wegen des Verdachts auf Beleidigung und Stalking. Der Mediziner soll über einen Zeitraum von mehr als zwei Monaten ein Ehepaar durch ständige Telefonanrufe belästigt haben. Der Beschuldigte streitet die Tat ab.


Der Chef des Springer Polizeikommissariats, Achim Bense, bestätigte auf Anfrage der Neuen Deister-Zeitung, dass eine Strafanzeige gegen den Arzt vorliegt. Danach soll er den Eheleuten mit wiederholten Telefonanrufen – mehrfach sogar mitten in der Nacht – arg zugesetzt haben. Tatzeitraum: Januar bis Anfang März dieses Jahres. Zu Einzelheiten wollte sich Bense mit Rücksicht auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht äußern.

Der Beschuldigte weist die Vorwürfe empört zurück und sieht sich selbst in der Opferrolle. Seine Geschichte klingt dabei schier unglaublich – doch der Mediziner beharrt auf seiner Version: Ein „unerklärlicher Defekt“ seines Mobiltelefons beziehungsweise der dazugehörigen SIM-Karte sei sehr wahrscheinlich an allem Schuld. So komme es immer wieder vor, dass Anrufer plötzlich und ohne sein Zutun eine verzerrte Bandansage mit seinem Namen zu hören bekämen. Warum dies auch bei abgehenden Rufen manchmal der Fall sei, und ob dies mit einer automatischen Rückruffunktion oder aber mit einem möglicherweise defekten Alarmknopf an seinem Handy zusammenhänge – all das kann sich der Mediziner nach eigenen Worten selbst nicht erklären. Ebensowenig, woher die geheimnisvolle Bandansage stammt. „Es bringt jedenfalls nichts, das Telefon abzuschalten“, sagt er. „Wenn ich ärztlichen Notdienst habe, gebe ich jetzt schon sicherheitshalber nur noch meine private Festnetznummer an.“

Solange er die Vorwürfe noch nicht konkret kenne, könne er auch nicht ausschließen, dass sich Patienten oder Angehörige durch tatsächliche Anrufe von ihm gestört gefühlt hätten. Im Rahmen seiner Fürsorgepflicht rufe er häufig nach der Sprechstunde bei Patienten an. Jüngst habe er mehrfach versucht, Kontakt zu einem Mann aufzunehmen, dessen Eltern schwer erkrankt sind.

Die Polizei hat den Mediziner zur Vernehmung vorgeladen. Dieser will sich gegenüber den Behörden jedoch nur über seinen Anwalt äußern.

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