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Städtisches Ärztezentrum als Modell?

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VON CHRISTIAN ZETT

Auf dem Papier der Kassenärztlichen Vereinigung, das muss man gleich klarstellen, gilt Springe als überversorgt: 20,5 Arztstellen verzeichnet die Organisation im Stadtgebiet, davon zwölf in Praxisgemeinschaften. Ergibt eine Quote von 113,8 – ideal ist ein Wert von 100. Zuletzt ist die Zahl aber auch gesunken – eine Beobachtung, die Schnapperelle bestätigt: „Allein viele der Allgemeinmediziner hier sind über 60 Jahre alt.“

In Sachen Fachärzte sieht Schnapperelle die Stadt ebenfalls – noch – gut aufgestellt. Wenn auch die Zahl der Spezialisten gesunken ist: „Früher hatten wir hier allein vier Internisten“, erinnert sich der Mediziner. Was fehlt ihm? „Ein Hautarzt vielleicht – die Kollegen in der Umgebung sind oft ausgebucht.“ Andererseits sei nicht abzuschätzen, welche Auswirkungen eine zusätzliche Konkurrenz haben könne.

In absehbarer Zeit, in einigen Jahren, könne man durchaus kritische Werte erreichen in Springe, sagt Schnapperelle – in allen Bereichen.

Und dann?

„Muss man vielleicht andere Strukturen schaffen.“ Schon als das Krankenhaus aufgegeben wurde, hatte die Region am Standort einen Vorstoß in Richtung Facharztzentrum gewagt. Doch die heimischen Mediziner winkten ab, erinnert sich Schnapperelle: „Der Umzug hätte bei allen doch erhebliche Kosten verursacht.“ Und: Vielen der Ärzte war die Lage nicht zentral genug.

Schnapperelle sieht trotzdem eine Chance für das Projekt, wenn die Bedingungen stimmen: „So eine Immobilie wie das Sparkassen-Hochhaus ist interessant – auch wenn der Sanierungsbedarf hoch ist.“ Dort waren schon einmal zahlreiche Ärzte angesiedelt.

Und die Stadt? Könnte sich einbringen, glaubt der Fachmann – wenn die Not groß genug ist: „Es gibt Gemeinden, wo der Ärztemangel so eklatant ist, dass die Verwaltung zum Beispiel kostenlose Räume für ein Ärztezentrum zur Verfügung stellt oder einen gewissen Umsatz garantiert.“ Für die Mediziner, ist Schnapperelle überzeugt, wäre das Modell nicht uninteressant: Sie würden Verwaltungs- und Unterbringungskosten sparen – und auch weniger Personal benötigen.



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